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Offener Brief an die internationale Gemeinschaft: Drüberbetonieren über NS-Lager Graz Liebenau und seine Opfer verhindern!

Offener Brief von Aktive Arbeitslose Österreich an die weltweite Community

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir wenden uns an Sie mit einer immer dringlicher werdenden Angelegenheit und rufen nach Ihrer Unterstützung!

Trotz zahlreicher Proteste aus der Zivilgesellschaft und von Opferverbänden wie dem Mauthausen Komitee1 will die schwarzblaue Stadtregierung von Graz mit aller Gewalt über die stummen Zeugen der Vergangenheit drüberbetonieren. Statt das Lagergelände systematisch zu erkunden und die Gräuel der NS Zeit in Graz endlich als zusammenhängendes Ganzes sichtbar zu machen, hat die Holding Graz bereits begonnen, die nur punktuellen Grabungen wieder zuzuschütten. FPÖ2 Wohnbaustadtrat Mario Eustaccio will auf dem durch Nazigräuel kontaminierten Gebiet gar „Sozialbauten“ errichten und so die dunkle Vergangenheit der Nazihochburg Graz und der Opfer der Gewalt auf immer zudecken.

Historiker vermuten, dass in Bombentrichtern noch Opfer verscharrt sind. Das NS-Lager Liebenau war nämlich in den letzten Kriegstagen Zwischenstation für tausende Juden aus Ungarn am Todesmarsch zum KZ Mauthausen.

Die NS-Zwangsarbeit in Graz wird nicht nur von der FPÖ sondern auch von der sich christlichen gebenden ÖVP verharmlost3. Die Katholische Kirche in Graz unter Bischof Wilhelm Krautwaschl und andere etablierte Institutionen und Honoratoren hüllen sich leider in Schweigen. Die alte Unkultur des Totschweigens wird in der „Stadt der Volkserhebung“ eisern fortgeführt.

Engagierte Bürger werden behindert4 oder gar lächerlich gemacht: Rainer Posserts Warnungen wurden im August noch als „bisher haltlose, völlig unbegründete Spekulationen eines Arztes“ bezeichnet. Offenbar als Strafe hat FPÖ Wohnbaustadtrat Mario Eustaccio dem von Possert geleiteten Sozialmedizinischen Zentrum Ost als einziger Organisation die Subvention für Stadtteilzentren gekürzt.5

Es herrscht zunehmend ein Klima der Angst in Graz: FPÖ- und ÖVP-Politiker versuchen jeden fundierten Widerstand gegen deren Projekte als kriminell zu denunzieren und zivilen Ungehorsam generell als „Gewalt“ zu delegitimieren. Boulevardmedien wie Kronenzeitung, Kleine Zeitung (gehört einer Stiftung der Katholischen Kirche!) und Grazer Woche veröffentlichen immer wieder Hetzartikel. Immer weniger Menschen trauen sich, öffentlich kritisch Stellung zu nehmen. Bei unserer Online-Petition fällt auf, dass Menschen von außerhalb von Graz meistens ihren Namen veröffentlichen lassen, Menschen in Graz hingegen aus Angst anonym bleiben wollen!

Unglaubwürdig ist, dass Geld für die längst fällige Aufarbeitung der Vergangenheit fehlt, wenn andererseits mindestens 160 Millionen in ein unwirtschaftliches Wasserkraftwerk6 (das ausgerechnet im Winter – wann man Strom am dringendsten braucht – nur rund 4 MW Strom erzeugen würde) samt Zentralem Speicherkanal gebuttert werden. Neben dem NS-Lager werden zudem die grüne Lunge mitten in der Feinstaubhochburg Graz nachhaltig zerstört und die Population gesetzlich geschützter Tierarten vernichtet.

Aktive Arbeitslose Österreich haben daher eine Online-Petition gegen diese Unkultur des aktiven Vergessens in der „Menschenrechtsstadt Graz“ sowie UNESCO Weltkulturerbe gestartet. Wir fordern einen sofortigen Bau- und Rodungsstopp damit das dunkle Kapitel der NS-Diktatur mit den über 2 Dutzend Zwangsarbeiterlagern endlich aufgearbeitet wird. Weder Österreich noch Europa brauchen akut neue Kraftwerke 7. Alternativen wie Solarenergie und Energiesparen (Elektroheizungen ersetzen!) zerstören und spalten die Stadt Graz bei weitem nicht so, wie Kraftwerk und Kanal. In erster Linie profitieren die Konzerne und sollen wohl auch Wegbereiter für Investorenprojekte im „modernen Wohnbau“ sein. Die Porr AG, die von den Nazis „arisiert“ worden war8, weil 42,7% der Aktien von jüdischen Besitzern aufgrund der damaligen Notlage an Herzog Ernst August verkauft wurden, gehört jedenfalls zu den Hauptprofiteuren.

Um den Investmentfonds der australischen Investmentbank Maquarie bei Laune zu halten, der sich gerne als Grüner Investor beschreibt, werden – wie der Grüne Nationalratsabeordnete Werner Kogler aufzeigt – vermutlich gegen EU-Recht verstoßende Subventionskarusselle konstruiert.

Die Eile und die brutale Gewalt mit der nun über das NS-Lager und seine Opfer der Nazi-Gewalt hinweg gebaut werden soll, ist jedenfalls sehr verdächtig und einmalig in Österreich.

Wir bitten Sie daher dringend, unsere Online-Petition zu unterstützen und weiter zu verbreiten sowie Briefe an die politisch Verantwortlichen zu schreiben!

Wir bitte Sie, uns Kopien von Protestschreiben zu schicken und über allfällige weitere Protestaktionen vor Ort zu informieren. In Österreich wird nämlich nach wie vor allzu viele schnell unter den staubigen Teppich gekehrt.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Ing. Martin Mair
Obmann „Aktive Arbeitslose Österreich“

Petition

Online Petition auf Deutsch:
https://bit.ly/nslagerliebenau

Online-Petition auf Englisch:
https://bit.ly/nscampliebneau

Online-Petition auf Französisch: In Kürze

Weitere Informationen:

Bericht an den Grazer Gemeinderat über den Bau von Sozialwohnungen am Gelände des NS-Lagers Graz Liebenau

http://www.aktive-arbeitslose.at/sites/aktive-arbeitslose.at/files/download/gr_graz_bericht_sozialwohnungen_lager_liebenau.pdf

Graz betoniert über NS Zwangsarbeiterlager drüber und vernichtet Zeugnisse der NS-Vergangenheit! (6.9.2017)

http://www.aktive-arbeitslose.at/pressemitteilungen_politik_news/graz_betoniert_ueber_ns_zwangsarbeiterlager_drueber_und_vernichtet_zeugen_…

Fußnoten

2 Zu den wieder vermehrt wahrnehmbaren rassistischen und rechtsextremen Äußerungen der aufgrund einer sich abzeichnenden schwarz-blauen Koalition im Parlament erstarkenden rechten und autoritären Tendenzen FPÖ-Politikern siehe


Anhang: Mögliche Adressaten für Protestbriefe

Land Steiermark

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP)
Hofgasse 15
8011 Graz-Burg
Telefon: +43 316 877-8700
Fax: +43 316 877-8714

hermann.schuetzenhoefer@stmk.gv.at

Vize-Landeshauptmann Michael Schickhofer (SPÖ)
Vertreter des Landes bei der EStAG
Hofgasse 15
8011 Graz-Burg
Tel.: 0316/877-2814
Fax: 0316/877-3805
michael.schickhofer@stmk.gv.at

Finanz-Landesrat
Anton Lang (SPÖ)
A-8010 Graz, Landhaus
Tel.: +43 316 877-4458
Fax: +43 316 877-2803
E-Mail: anton.lang@stmk.gv.at

Stadt Graz

Bürgermeister Mag. Siegfried Nagl (ÖVP)
Rathaus, 2. Stock, Zimmer 201
Hauptplatz 1
8010 Graz
Tel.: +43 316 872-2000
Fax: +43 316 872-2019
E-Mail: buergermeister.nagl@stadt.graz.at

Energie Steiermark AG

Vorstandssprecher
DI Christian Purrer (ÖVP)
Leonhardgürtel 10
A-8010 Graz
Fax: +43 (0)316/9000-22909
Tel: +43 (0)316/9000-5910
christian.purrer@e-steiermark.com

Vorstandsdirektor
DI (FH) Mag. (FH) Martin Graf, MBA (SPÖ)
Leonhardgürtel 10
A-8010 Graz
Fax: +43 (0)316/9000-22909
Tel: +43 (0)316/9000-5930
martin.graf@e-steiermark.com

Aufsichtsrat der EStAG: https://www.e-steiermark.com/konzern/unternehmen/Aufsichtsrat.aspx

Macquarie Group Limited

Chairman Peter H. Wayne
Managing Director and Chief Executive Officer Nicholas Moore
50 Martin Place
Sydney, New South Wales
Australia

Kontaktformular: https://www.macquarie.com/au/about/contact

Weitere Vorstande siehe Geschäftsberichte
http://static.macquarie.com/dafiles/Internet/mgl/global/shared/about/investors/results/2017/Macquarie-Group-FY17-Annual-Report.pdf?v=2

http://static.macquarie.com/dafiles/Internet/mgl/global/shared/about/investors/reports/2017/Macquarie-Bank-FY17-Annual-Report.pdf?v=2

Macquarie rühmt sich, besonders verantwortungsvoll zu handeln!
https://www.macquarie.com/at/about/company/environmental-social-governance-esg

UNESCO

Bei der UNO für den Schutz der Gedenkstätten zuständig!

Director-General
Irina Bokova
7 place Fontenoy
75007 Paris, France
Telefon: +33 (0)1 4568 1000i.bukova@unesco.org

 
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