Hungerstreik gegen Altersarmut von Frauen am 18. Mai 2018 vor dem Landhaus Bregenz

Aktive Arbeits… am Mi, 23.05.2018 - 16:13
Oma Hungerstreik

Frauen und Männer hungerten 24 Stunden gegen Altersarmut

Frau Mag. Gertraud Burtscher als 7-fache Mutter und Initiatorin der Oma Revolte, die bereits starkem politischem Gegenwind und einer Schmutzkübelkampagne ausgesetzt war, will nicht locker lassen: „Die nach 1955 geborenen Mütter werden aus dem Familienlastenausgleichsfonds unterstützt. Jene, die vor ´55 geboren sind, bekommen nichts.“ Sie fordert deshalb nach wie vor 14 Mal im Jahr 50 Euro pro Kind für alle Mütter als Anerkennungsbeitrag für die Erziehungsarbeit, ohne Auswirkungen auf andere (Sozial-) Leistungen, ab 1. Jänner 2018 rückwirkend. Finanziert werden soll der Anerkennungsbeitrag durch Umschichtungen oder Einsparungen im Vorarlberger Landesbudget, da der Bund bisher die Zahlung aus dem Familienlastenausgleichsfonds verweigert.

Michael Ritsch (SPÖ), der sich wie Rudolf Gehring (CPÖ) für 14 Uhr zu einer kurzen Rede angekündigt hatte, entschuldigte sich am Morgen kurzfristig, sagte aber trotzdem seine politische Unterstützung für das o.a. Begehren der vor 1955 geborenen Mütter zu.

Zu Frau Burtscher und Herrn Gehring gesellten sich ab 10 Uhr, 11 weitere hungernde Frauen aus allen Regionen Vorarlbergs, die auf dem sonnigen Vorplatz des Landhauses auf Parkbänken und mitgebrachten Klappstühlen, vor einem Transparent „Alte Mütter mit viel Kind, sollen betteln gehn, wenns hungrig sind“ angeregt diskutierten. Besucht wurde die Runde am Vormittag von mehreren Frauen aus Bregenz und der Apa Presseagentur, Frau Grabher Hollenstein, die sich die vielfältigen Anliegen der 24-Stunden-Hungerstreikenden aufmerksam anhörte und notierte. Als Essenz der Lebenserfahrungen der Anwesenden stellte sich der dringende Wunsch und das Verlangen nach systemischer (Arbeitsrecht, Pensionsrecht etc.) Anerkennung von frei gewählter Arbeit heraus und sei es wie von vielen Frauen gewünscht die ausfüllende Tätigkeit als „Mutter“, sprich Erzieherin, Köchin, Raumpflegerin, Geschäftsführerin, Kinderkrankenschwester, Psychologin, Chauffeurin, Lehrerin, Krisenmanagerin, Ehrenamtlichen, Oma, Altenpflegerin, ….

Mittags wurden die selbstbewussten Streikenden von Gruppen junger Männer, die das Landhaus besuchten aus der Ferne bestaunt. Nachmittags sprachen Herr Gehring und Frau Burtscher zu den eingetroffenen Besuchern, Interessenten und Unterstützern. Flyer der CPÖ und von der Selbsthilfeorganisation „Aktive Arbeitslose“ , sowie ein Gedicht mit dem Titel „A kline Ränti“ von Helga Schwärzler wurden angeboten. Ein kleiner aber sehr feiner Rahmen (-:

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