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Erfahrungsbericht trendwerk Linz: Rauswurf wegen einer Zigarette ... (Herbst 2013)

Soumis par Aktiver Admin le dim, 06.09.2015 - 00:01

Hallo, bin da bei Recherchen über "Trendwerk" auf eure Seite gestoßen. Hatte dort einen kurzen Auftritt, bevor ich unter Gekreische des "Bereichsleiters" Michael V. rausflog.

Zur Geschichte: Ursprünglich erhielt ich einen EDV-Kurs bei der Firma bit, den ich zwar wirklich gerne absolviert hätte, aber wegen einer Bandscheibengeschichte im Zuge einer geringfügigen Beschäftigung (6 Wochen Krankenstand, ca. 40 Spritzen) nicht antreten konnte.

Zwei Monate später kam dann offenbar als "Strafe" die Zuweisung zu Trendwerk. Aus Interesse sah ich mir vor dem Infotag die offenen Großarbeitsplätze, an denen ca. 50 Personen an abgrundtief verdreckten Computern "recherchierten", ein bißchen an. Meiner kurzen Wahrnehmung wurde da die Antivir-Personal Edition installiert, die zwar gratis für Privatanwender ist, aber keineswegs für gewerbliche Betriebe, wie Trendwerk einer ist. Würde mich interessieren, ob da jemand, der ein bißchen PC-Kenntnisse hat, das bestätigen kann und ob da noch weitere Programme auftauchen (eine Betriebssystemlizenz auf mehreren Rechnern usw.), die da widerrechtlich verwendet werden. Es wäre doch zu schön, wenn etwa die Microsoft-Rechtsabteilung den Laden mit einer Millionenklage überziehen würde.

Tja, dann begann besagter Michael V. mit dem Charme eines Heizdeckenverkäufers, der Pensionisten über Handyverbote im Verkaufsbus informiert, zu referieren. "Im Haus ist Rauchverbot, auch vor dem Haus. Wenn sie in den Pausen rauchen wollen, gehen sie 100 Meter weiter!" Meinen Einwand, daß die Linzerstraße vor dem Haus öffentlich wäre und daß die Firma dort rechtlich nichts zu verbieten hätte, im Gegenteil sogar ein Mistkübel mit einem Raucherdöschen aufgestellt ist, wurde entgegnet: "Das hat die Hausverwaltung so angeordnet!"

Prinzipiell bin ich bereit, Rauchverbote in öffentlichen Gebäuden zu beachten, ich rauche auch nicht in U-Bahnstationen, neben Kindern und in Lokalen und entsorge die Zigaretten vorschriftsmäßig. Auch ein höfliches Ersuchen: "Bitte nicht vor dem Haus die Kippen wegwerfen" wäre von mir durchaus respektiert worden. Eine Schlechterstellung gegenüber zufälligerweise vorbeikommenden Passanten mit rechtlich durch nichts gedeckten Verboten, mochte ich aber einfach nicht unwidersprochen lassen. Abgesehen davon, daß ich an dem Tag sowieso keine Lust auf Zigaretten verspürte, störte mich diese selbstherrliche Art immens.

Es folgte eine wegwerfende Handbewegung in meine Richtung. Ich meinerseits konterte mit der bekannten Geste des bundesdeutschen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück auf seinen Wahlplakaten, allerdings nicht in die Richtung des Herrn V., sondern zur Mitte des Raumes.

Das war dann aber zu viel für Herrn V., der vorher schon einen Mann ziemlich unfreundlich wegen diverser Datenweitergabe abgekanzelt hatte, und es begann ein für mich eher befremdliches Gekreische: "Der-... hat mir den Finger gezeigt... ich verweise den Herrn des ... KURSES!" Ich verließ also hinter ihm den Raum, aber weil er auch dort den Lärmpegel der Brüllerei nicht senkte, paßte ich mich einfach an: "SCHREIEN SIE NICHT MIT MIR, ICH KANN LAUTER SCHREIEN ALS SIE!" Nun, vermutlich weil ich auch ein paar Schritte auf ihn zu gemacht hatte und offensichtlich unter Mißdeutung meines Lächelns veränderte sich der rosige Gesichtsausdruck in ein eher fahles Weiss. Ich verlangte dann noch eine Bestätigung von den eifrigen Helferlein des Bereichsleiters, auf der ich allerdings bei bestem Willen nur "verbale Auseinandersetzung" entziffern kann.

Da ich mich ohnehin mit einem schweren Bronchialasthma zu dem Auftrieb hingeschleppt hatte, suchte ich nach einem AMS-Besuch in der Infozone, wo ich über meine Erkrankung und die Vorfälle bei Trendwerk "Rapport" machte, am Nachmittag meine Ärztin auf, die mich mit dem gleichen Tag krankschrieb und zwei Wochen in den Krankenstand schickte.

Beim Wiedersehen mit meiner AMS-Beraterin erklärte diese, daß es "Schwierigkeiten gäbe" und daß sie mit ihrer Vorgesetzten über eine Sperre reden müßte. Firma Trendwerk hatte also obwohl sie mich und ich sie nicht wollte (eine Art negative Symbiose) heilige Rache an einem Blasphemisten geübt. Auch war seltsamerweise der erste Tag meines Krankenstands in den Akten "verschwunden" Am X.X.2013 ist dann mein nächster Termin, wo mir dann die Entscheidung mitgeteilt wird.

Ich habe bereits mehrere "Sperren" mit positiver Berufung meinerseits hinter mir. Selbstmordgedanken hege ich allerdings nicht, gemäß dem köstlichen Gedicht von Erich Kästner:

"Denn die Miesen und Beschränkten
sind die Mehrern und die Stärkern.
Doch spiel bloß nicht den Gekränkten,
bleib am Leben, sie zu ärgern."

Sollte es tatsächlich zu einer Sperre kommen, überlege ich mir, evt. die Nachbarn des Herrn V. mit Flugblättern über sein eigenartiges Gebaren zu informieren.

Ich möchte abschließend nochmal an die unberechtigt genutzten Computerprogramme von Trendwerk erinnern.

Mit freundlichen Grüßen G. E.

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