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MSP - management SPECIALS

Erfahrungsbericht Infotag MSP - Management Specials Ende 2007

Aktiver Admin am Sa., 11.08.2007 - 14:29
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1) Zuerst zur Ankunft: Ich sah auf der Anmeldeliste meine Sozialversciherungs-Nummer (und wohl die der anderen Zugeteilten). Nach meinen Recherchen (beim Datenverarbeitungsregister - DVR) besitzt dieses Unternehmen keine DVR-Nummer, obwohl MSP schon seit 10 Jahren im Geschäft wäre (nach Auskunft der Kursleiterin!).

2) Es kamen nicht ganz 15 Leute zur Erstbesprechung. Auf eine Publikumsfrage wurde geantwortet, dass es noch eine zweite Gruppe gäbe.

3) Am Anfang wurde die Grundidee dargestellt. 3 "Trainer" worunter die Leiterin, Fr. Gangler, hervorstach, denn sie sagte, dass sie das Unternehmen mit aufgebaut hätte (weshalb ich Ihren Namen hier auch nenne).

Also: ein Auswahlverfahren werde durchgeführt (sog. "ässessment"), zuerst wird in Gruppenverfahren, dann in Einzelgesprächen vorgegangen, Ziel ist die Aufnahme in ein Projekt von der Dauer 8-12 Wochen (hier war geplant mit 32 h/Woche), später könnte eine Aufnahme in die Firma passieren (aber ohne Garantie, wohlgemerkt).

Die Benachrichtigung erfolge bis Ende der gegenwärtigen Woche (erster Tag war Montag), für den zweiten Tag wollten sie den Lebenslauf haben (eigentlich schon am ersten Tag, natürlich auch Telephonnummer), letztlich sollen 20 Leute ausgewählt werden (10 Damen, 10 Herren).

Ziel (soll sein): Bewerbungen schreiben (wohl im Sinne von rausschicken, nicht nur trainieren), eine "Projektmanagement"-Schulung (wobei Fr. G. freimütig bekannte, dass das nicht soviel wie am BFI oder am WIFI sein wird), weiters noch Personaldienstleistung (erlernen), am Schluss wird (hier also Mitte März) ein "Zertifikat" ausgestellt (für den Lebenslauf).

4) Dezent kam die Drohung mit einem anderen Kurs auf, falls hier wer nicht willig wäre. Auf die Frage, ob jene, die nicht aufgenommen werden, sonst noch was davon haben, wurde sinngemäss geantwortet, dass dies vom Persönlichkeitsprofil abhinge: unpassende würden rausgenommen, was aber nicht gleich sein müsse (diese Thematik habe ich nicht sehr genau aufgezeichnet, sodass ich zu diesem Punkt nicht volle Korrektheit garantieren kann).

5) Oben angesprochenen Daten wie Profile (und damit wohl auch der Lebenslauf) kommen in eine Firmendatenbank, welche "gaaanz sicher nicht" mit dem AMS ausgetauscht werde. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass sie auswichen. Abgesehen davon blieb (nicht nur mir) unklar, was ans AMS übertragen wird (oder werden soll). Andererseits handelt es sich um Firmeneigentum, das Geld einbringen soll, womit sie sich wohl auch strategisch zurückhalten werden (aber eben nur strategisch). Firmenanfragen werden aber schon beantwortet --- soll ja auch Teil der Tätigkeit der Kursteilnehmer sein.

6) Zum Langweilen noch was zum Konzept: Es gibt 4 Tätigkeitsbereiche. weiters liegen noch Support-Verträge vor, ca. 100-Kooperationsumternehmen soll es geben (wobei eine ganze Reihe grosser Unternehmen angeführt wurde, denn es gäbe keine Kleinunternehmen unter den Kunden --- sic!). Es gibt eine Art interne Personalvermittlung (die Teilnehmer vermitteln sich gegenseitig, "Teamgeist") zum Aufbau von Kontakten, hierzu gehören Projektvorstellungen bei Firmenkunden, exklusive Vorstellungsgespräche sollen ermöglicht werden, Recherchetätigkeiten (in Stellenbörsen und Ausschreibungen u.a.) sind auch ein Teil der Tätigkeit. Interessanterweise haben die eine Strategie, wo nicht die direkt Betroffenen sich vorstellen, sondern von Gruppenmitgliedern vorgestellt werden (betrifft insbesondere die Projektsachen, wenn ich das nicht durcheinanderbringe). Als "Innovation" gäbe es E-Recruiting (wo es um Erstellung von Fragebögen für Firmen mit Online-Bewerbungsformularen geht).

7) Insgesamt werde ein "Teilnehmerinnen-Pool" aufgebaut, der bis Juni 2008 aufgebaut werden soll, Verbleib soll bis zu einem Jahr sein. Wer verbleibt werde weitervermittelt, dann gäbe es auch sowas wie Stammtische ehemaliger Kursteilnehmer etc.

MSP - management SPECIALS allgemeine Informationen

Aktiver Admin am Sa., 03.03.2007 - 14:40
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[Vorsicht: Sehr alte Information!]

Kurz zusammengefasst: Den TeilnehmerInnen wurde laut Erfahrungsbericht eine Projektmanagementausbildung in Aussicht gestellt, de facto dürften die TeilnehmerInnen auf Kosten der Arbeitslosenversicherung die Personalvermittlungsfirma des Herrn Krois gratis aufbauen.

Über die Vorgeschichte des Firmeninhabers ist sehr, sehr wenig bekannt, ebenso, warum dieser vom AMS mit für ihne kostenlosen Arbeitskräften versorgt wird. Auch konnten so manche großspurige Behauptungen dieser Firma noch nicht verifiziert werden. Beispielsweise behauptete MSP, in Oberösterreich schon Projekte gemacht zu haben. Eine Nachfrage beim AMS Oberösterreich ergab erstens, daß die Firma dort - im ersten Moment - nicht bekannt sei, nach internen Nachforschungen wurde aber vom AMS Oberösterreich mitgeiteilt, daß Herr Krois dort vor Jahren zwar ein Projekt eingerreicht habe, aber keinen Zuschlag erhalten hätte ...

Dank persönlicher Beziehungen eines Mitarbeiters von Herrn Krois (der Vater eines Trainers ist im Vorstand der Industriellenvereinigung) wurde eine Pressekonferenz in der Industriellenvereinigung gemacht, bei der das Konzept von MSP als ausgesprochen neoliberal dargestellt wurde: Bei MSP fänden Grosskonzerne genau auf deren Bedürfnisse zugeschnittene MitarbeiterInnen.

Laut AMS Wien sei aber die Vermittlungsquote mit gut 50 % recht groß.

Also: Höchste Vorsicht. Bei MSP könnte es sich um einen neoliberalen Aufschneider handeln (wie viele andere AMS-Zuarbeiter). Ja nichts sofort unterschreiben und durch  Aktive Arbeitslose überprüfen lassen.

"Arbeit suchen" für Führungskräfte und AkademikerInnen = gratis hackeln für MSP Management Specials?

Aktiver Admin am Fr., 03.11.2006 - 14:35
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Zwölfwöchige Projektarbeit in einer Integrationsmaßnahme & Zertifikat zum Projektmanager

Es handelt sich um ein neuartiges Projekt, das in dieser Art erst ein Mal im Frühjahr stattgefunden hat. Veranstalter ist eine Personalvermittlungs"firma": Einzelunternehmer Erwin Groisz, mit nur 3 nicht fix angestellten TrainerInnen.

Zielgruppe: AkademikerInnen und Führungskräfte. Offizielles Ziel: Im Laufe des Projektes alle TeilnehmerInnen auf den Qualifikationen der TeilnehmerInnen entsprechende Führungspositionen zu vermitteln. Es wurde ein zweitägiges Assessment veranstaltet, in dessen Rahmen das Projekt-Design wie folgt angepriesen wurde:

Uns wurde vollste Flexibilität der TrainerInnen und ein Eingehen auf die individuellen Bedürfnisse der TeilnehmerInnen und der Gruppe in Aussicht gestellt. Auf allfällige Themen-Wünsche der TeilnehmerInnen (in bezug auf Theorie-Einheiten) würde selbstverständlich flexibel eingegangen (Arbeitsrecht, Steuerrecht, Projektmanagement, ...).

Schulung und aktive Arbeit sollten in einem Verhältnis von 50:50 stehen bzw. völlig flexibel, je nach Wunsch der TeilnehmerInnen. Dabei wurden wir völlig im Unklaren darüber gelassen, worin genau die eigentliche Arbeit bestehen wird. In der 2. Kurswoche war dann die Rede von 80% Arbeit und 20% Schulung. Mittlerweile (Kurswoche 5) sind es noch weniger. Schulungs-Einheiten finden nur mehr freitags statt: 1,5 Stunden je Woche.

Beim Assessement wurden völlig andere Inhalte versprochen, als sie nun tatsächlich auf dem Programm stehen:

Von Unterricht/Kurs/Projektmanagement ist jetzt plötzlich keine Rede mehr - wir werden dort als "Leiharbeitskräfte" eingesetzt: Ohne entsprechenden Vertrag und ohne Bezahlung, was die Motivation der TeilnehmerInnen nicht unbedingt hebt. Und wir sollen nun Werbung für diese Firma machen ohne überhaupt irgendwelche Informationen über die Firma zu erhalten. Bei meinen Rückfragen wurde ich sehr unfreundlich abgefertigt.

Management specials verdient also doppelt an uns: das AMS zahlt für jeden Teilnehmer Geld an sie und wir erledigen dafür auch noch gratis ihre Arbeit.

Ich habe während des Assessments angeregt, eine/n Spezialist/in von Wirtschafts- und Arbeiterkammer zu den Themen Unternehmensgründung (da einige der TeilnehmerInnen überlegen, sich selbständig zu machen), Rechtsformen und Verträge einzuladen, da die TrainerInnen unsere Fragen dazu nicht beantworten konnten. Dies wurde mir zugesagt; nun wollen die TrainerInnen nichts mehr davon wissen. Stattdessen kommt es nun vermehrt zu "Einzelgesprächen", in denen Druck auf die TeilnehmerInnen ausgeübt wird.

Berichte von anderen TeilnehmerInnen:

  • Einem der Teilnehmer wurde zu Beginn gesagt, er könne selbstverständlich seine geringfügige Beschäftigung weiter ausüben. Diese Zusage wurde rückgängig gemacht: Er müsse seine Nebenbeschäftigung aufgeben, weil er ja nicht einfach am Freitag früher gehen kann (wegen der Vorbildwirkung für die anderen), was im Verlauf von den 3 Monaten, die diese Schulung dauert, durchaus existenzbedrohende Ausmaße annehmen kann.
  • Einem älteren Teilnehmer wurde gesagt, dass er ohnehin nie wieder eine Arbeit finden würde. In einem "Einzelgespräch" mit den 3 TrainerInnen wurde versucht, ihn zur Abmeldung vom AMS zu veranlassen. Er solle sich entweder selbständig machen oder mit seiner alten Firma eine Lösung aushandeln, die ihm ein sofortiges Übergehen in den Ruhestand ermöglichen würde.
  • Einem anderen Teilnehmer, der mit einer Ausländerin verheiratet war, wurde während des Assessment-Einzelgespräches von einem der Trainer gesagt, dass es ohnehin schon zu viele Ausländer in Österreich gäbe.

Die TeilnehmerInnen sind in die Bereiche "Vertrieb", "Support", EDV und "Innovation" eingeteilt. Ich habe den Wunsch geäußert, von der Abteilung "Support", der ich zugeteilt wurde, in die "Innovation" zu wechseln, um einen maximalen persönlichen Lernerfolg herauszuholen und auch einmal in einen Bereich hineinzuschnuppern, mit dem ich bisher beruflich weniger zu tun hatte. Das hatte ein sehr unangenehmes Einzelgespräch mit einem der Trainer zur Folge, in dem dieser mir sagte, dass das nicht in Frage kommt, weil er sonst zu wenige Telefonisten für seine Gruppe hätte.

Einer Teilnehmerin, die einen Schulungsbedarf im Bereich EDV angemeldet hatte - zu Beginn wurde ja zugesichert, individuellem Schulungsbedarf würde selbstverständlich nachgekommen -, wurde vorgeworfen, dass sie innerhalb dieses Projektes ihre Eigeninteressen durchsetzen wolle.

Der Ton seitens der TrainerInnen verschärfte sich zusehends. Sie betrachteten sich als unsere Vorgesetzten ("Bereichsleiter").

Für "individuelle Bewerbungsphasen", während derer man selbst auf den Firmen-Computern nach offenen Stellen suchen kann, wie während des Assessments vereinbart, war jetzt plötzlich kaum mehr Zeit. Es wäre auch schwierig, da es nicht einmal für jeden Teilnehmer einen PC gibt und die wenigen vorhandenen Arbeitsplätze entsprechen sicher nicht den geltenden Arbeitnehmerschutz-Gesetzen.

Im Oktober will der Firmen-Inhaber eine Pressekonferenz veranstalten gemeinsam mit der Industriellen-Vereinigung bzw. in deren Räumlichkeiten. Der Vater eines der Trainer, Johannes Kleemann, sitzt in der Industriellen-Vereinigung, in der er das Projekt der Öffentlichkeit vorstellt, offenbar in der Hoffnung, dass das AMS das Projekt dann verlängert oder überhaupt institutionalisiert wird.

Somit liegen bei den TrainerInnen die Nerven blank, weil sie (bzw. wir) diese Pressekonferenz organisieren sollen und ihre Arbeitsplätze davon abhängen, ob das Projekt weitergeht oder nicht. Wir müssen nun also in den für individuelle Stellenrecherche vorgesehenen Zeiten für sie Firmen anrufen, die sie uns vorgeben, und diese zur Zusammenarbeit, nämlich zur Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages mit dieser Firma management specials bewegen; wir sollen ihre Werbe-Materialien aktualisieren, ihre homepage basteln und ihre Datenbank pflegen etc.

Das Zertifikat "Projektmanager", das wir am Ende erhalten sollten, ist kein offizielles, das von der Zertifizierungsstelle für Projektmanagement (Projektmanagement Austria Group) anerkannt wird, wie wir am Ende der zweiten Woche erfahren haben.

Während des Assessements wurde uns gesagt, dass an das AMS keinerlei Daten oder Informationen übermittelt werden. Während der ersten Woche hat man uns dann gesagt, dass das AMS eine Anwesenheitsliste erhält; während der zweiten Woche wurde uns mitgeteilt, dass an das AMS für jeden einzelnen Teilnehmer eine Liste mit den Bewerbungsaktivitäten während des Kurses übermittelt wird und ein Protokoll über das Verhalten jedes einzelnen während der Maßnahme. Als Sanktion für unangepasstes Verhalten wurde uns in Aussicht gestellt, dass management specials uns nicht weiter vermitteln würde und dass das AMS einen entsprechenden Bericht über uns erhalten würde. Das würde aber dem Datenschutzgesetz widersprechen, da niemand von uns die Zustimmung zur Übermittlung unserer Daten an Dritte erteilt hat.

Auch die Arbeiterkammer war auch sehr erstaunt über die Methoden dieser Firma.

Mitte letzter Woche (Kalenderwoche 35) war bereits Beitrag auf Ö1 über diese Firma und ihre fragwürdigen Methoden bzw. die letzte Gruppe im Frühjahr (von der übrigens nur 5 Personen vermittelt wurden oder auf andere Weise - "Abmeldung vom AMS" - herausgefallen sind), wo das Projekt offenbar auch nicht sehr gut gelaufen sein dürfte.

Der in den "Einzelgesprächen" ausgeübte Druck zielt meines Erachtens darauf ab, dass möglichst viele TeilnehmerInnen sich von der Maßnahme abmelden und dadurch auch ihre AMS-Bezüge verlieren.