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Arbeit am "ersten Arbeitsmarkt"

Brief an Sozialministerin: AMS Schärding sperrt wegen ungeeigneten Pseudojob in Pflegeheim (Aktion 20.000)

Aktiver Admin am Mo., 19.03.2018 - 14:35
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Vater von 4 Söhnen, und ich habe 12 eheliche Geschwister lauter Österreicher.

Sehr geehrte Bundesministerin Beate Hartinger-Klein,

ich habe aus gesundheitlichen Gründen vor 5 Jahren eine Umschulung im BBRZ Linz zum Bürokaufmann abgeschlossen mit gutem Erfolg.
Grundsätzlich wollte ich auf ganz was anderes Umschulen, im Gesundheitsbereich.
Vom AMS Schärding hieße es damals von Frau K. der Leiterin: wenn dann geht nur Bürokaufmann sonst keine Chance. Es schulen jährlich hunderte Personen um auf Bürokaufmann-frau. Obwohl die meisten kaum eine Chance haben da jemals unter zu kommen ist das nicht ein Wahnsinn, so eine Ausbildung kostet pro Person nahen 80 000 E!

Bis jetzt konnte ich keinen Job als Bürokaufmann bekommen, das schlimme daran ist das das AMS Schärding gar keine Rücksicht nimmt auf meine Reha Umschulung. Die fangen jetzt an mich gezwungener Maßen in alle möglichen Kurse zu stecken!

Am 8 Januar 2018 musste ich an der Aktion 20 000 in einem Pflegeheim beginnen obwohl ich bis dato keinen Vertrag unterschrieben habe hieß es am 7 Januar noch von der Geschäftsleitung AMS Schärding ich muss den Dienst antreten sonst Sperre meines Bezuges!!
Natürlich fing ich an weil ich von dem Bezug abhängig bin den ich bekomme um meinen Lebensunterhalt zu bestreiten.

Am nächsten Tag ging ich nicht mehr hin den ich bin für den Job überhaupt nicht geeignet. Die Folge 4 Wochen sperre weil ich nicht gezwungener Maßen teilnehme an Aktion 20.000, denn von freiwilliger Teilnahme hatte es niemals ein Wort gegeben.

Ich habe Beschwerde gegen diesen Bescheid schriftlich eingebracht.

Gleich darauf wurde ich gezwungener Maßen an FAB weitervermittelt, Schulungs Maßnahme. Und die schicken mich jetzt raus Bauarbeiten zu erledigen.
Wo jedoch ein Gutachten aufliegt das ich wegen der Einschränkungen die ich habe das nicht mehr machen darf.

Ich bitte Sie mir zu helfen aus diesem Schlamassel wieder in ein Gleichgewicht zu kommen weil mich das zutiefst schockiert und unglücklich macht.

Hochachtungsvoll

C.
Anhang: Stellungnahme wegen Bescheid AMS OÖ

Wegrationalisiert von Christian Kern weil keine Gratisüberstunden gemacht

Aktiver Admin am Mo., 29.01.2018 - 20:53
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2013 ÖBB (inklusiv  Töchter Rail Cargo und  Express Interfracht) unter Kern  hat  35% der Mitarbeiter rationalisiert.

Von 2011 bis 2016 war Ch. Kern Aufsichtsratsvorsitzender der Töchtergesellschaften Rail Cargo Austria (RCA) und Expess Interfracht. Wer sich 2013 weigerte den neuen Pauschalvertrag   zu unterschreiben wurde rationalisiert. Die AK und die Gewerkschaft hat damals mit den RCA Management  mitgespielt.

Ich wollte mich nicht zu viele Grastisüberstunden verpflichten (2012 ich mußte jeden Monat  Überstunden leisten, was ich nur ungern gemacht habe, wegen  Burnout Gefahr), deswegen habe den neuen Pauschalvertrag  2013 verweigert und wurde mit den 35 % rationalisiert.

Christian Kern war und ist neoliberal.

Kantine 14. Ein sozialökonomischer Betrieb aus der Sicht eines Betroffenen

daknipsi am Mo., 01.05.2017 - 07:54
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Kantine 14.
Ein sozialökonomischer Betrieb aus der Sicht eines Betroffenen

Die neue Bezeichnung von Arbeitssklaven lautet "Transitarbeitskraft im Inneneinsatz" Das wird auf dem verpflichtend zu tragendem Namensschild mit vollem Namen ausgewiesen. Akademische Titel scheinen darauf allerdings nicht auf, weil "des gibts bei uns ned". Passt ja auch nicht, wenn da ein "Transitarbeiter" mit Herr, oder Frau Magister, Doktor, oder was auch immer angesprochen werden muss.

Eben so wenig passt es, wenn sich Transitarbeiterinnen beim Personalchef und bei der Firmenleitung darüber beschweren, dass ein Mitarbeiter sie sexuell diskriminiert und sogar tätlich angreift . "Du bist eine Frau, du bist Scheiße". Mit dieser Feststellung kann man eine Mitarbeiterin schon mal von der Registrierkasse mit einer Wucht wegstoßen, dass sie fast zu Boden geht. Nein, das ist noch lange kein Grund um der Bitte der Transitarbeiterinnen nachzukommen, sie nicht mehr mit dem "Kollegen" zum Dienst einzuteilen. Sexistische Witze der Firmenleitung sind ja ebenso lustig. Schließlich ist diese Arbeit eine Vorbereitung auf die freie Wirtschaft, wo es auch manchmal härter zugeht. Also gewöhnt euch daran.

Trinkgeld von Caterings wird nicht ausbezahlt, da die Firma Geld braucht um die wichtigen Investitionen zu bezahlen. Eine wichtige Investition ist zum Beispiel eine riesige, vollautomatische Videoleinwand im Zuge der Fußball WM. Der Einbau war wegen der statischen Bedingungen extrem schwer und teuer. Beamer an der Decke, super Lautsprecher, es kostete viele 1000e Euros. Da sich der Gewinn dieses Unterfangens logischerweise sehr in Grenzen hielt (tatsächlich war es keiner), muss man die Kosten wieder irgendwo reinbringen. Das AMS ist schließlich auch nicht endlos belastbar. Andererseits reichen 3 (drei!!) Rotweingläser in der Bar. Die Kantine will zwar gern ein Luxusrestaurant sein, aber wer trinkt schon Rotwein? Und wenn dann die Gläser ausgehen haben wir ja noch die "universal" Gläser. Das sind zwar Weißweingläser, aber auch schön. Wenn die Gäste auf die Videoleinwand sehen, sehen sie ihre Gläser ja eh nicht. Nur blöd, dass die Leinwand nach der WM nicht mehr benutzt wird.

Apropos wirtschaftlich. Dass ein sozialökonomischer Betrieb nicht Gewinnorientiert sein kann, ist irgendwie logisch. Aber andererseits ist es nicht erklärbar, dass Gäste nicht bedient werden weil der Personalleiter im Stress ist, oder man schon eine größere Gesellschaft im Haus hat. Da kann man dann als Chef schon die Transitarbeiterin brüllend anschnauzen warum sie Leute im Garten bedient, oder die Gäste an der Bar selbst vertreiben, weil man keine Zeit hat. (Jetzt gibts gar nix, siehst ned, dass i ka zeit hab)

Solche Aktionen sind natürlich im Sinne der Ausbildung, oder Umschulung. Die können sich dann am besten gleich selbst ein Beispiel nehmen. Da passt auch dazu, dass man sie meistens ab 16 Uhr alleine lässt und telefonisch auch nicht mehr erreichbar ist. Was kümmert die Firmenleitung schon ein Problem von den Transitarbeitern, das entstehen kann.
Lustig ist auch, dass nach 2 Monaten Sommersperre im Juli und August, mitte September mit der Renovierung der Toiletten begonnen wird und diese für 3 Wochen komplett gesperrt sind. Kunden und Transitarbeitkräfte im Innendienst können vis a vis ins Büro der Sargfabrik gehen. Allerdings nur bis 17:00 Uhr, dann ist dort geschlossen. Bis zur Sperrstunde um 22:00 Uhr muss man sich halt zurückhalten.

Nicht beanspruchter Urlaub, oder Zeitausgleich wird mit einer Verlängerung des 6monatigen Dienstverhältnisses abgegolten. Aber Bezahlt wird nur noch eine 30 Stunden Woche, statt der 38, die man ja gearbeitet hat. Und wenn man dann dummerweise in dieser Zeit krank wird, hat man halt Pech. Ausbezahlt wird das nicht. Man hat ja das Ende des Dienstverhältnisses 2 Monate vorher unterschrieben.

Zusammenfassung von 6 Monaten Kantine 14:
Egal wer du bist, ob Doktor, oder Flüchtling. Ob Schwarz, Weiß, Frauenfeindlich, Lernwillig, oder Unwillig. Bei uns sind alle gleich im Arsch daheim. Und das Standard - "Arbeitszeugnis" bekommt am Schluss jeder. Egal ob Er/Sie viel, wenig, oder nichts geleistet hat.
"Der Aufgabenbereich umfasst ...blablabla ... Der Transitarbeiter hat mitgeholfen"
Das nennt man tatsächlich Arbeitszeugnis. Es ist ein Zettel, den man am besten in keiner neuen Firma herzeigt. Allerdings bekommt man im Büro von Jobtransfair die Zusicherung, dass ein weit besseres Zeugnis ans AMS geschickt wurde. Da fühlt man sich dann gleich viel besser, auch wenn man keine Einsicht auf das angebliche Schreiben bekommt.
Danke für diese wertvolle Fort -und Weiterbildung.

MfG
Ein ehemaliger Transitarbeiter im Inneneinsatz

P.S.: Die Sendung der Endgeltabrechnung an die Krankenkasse kann sich schon mal um 2 Monate verzögern. Transitarbeiter sind vermögend genug, um ein wenig auf die Auszahlung warten zu können. Sie haben ja ein Arbeitszeugnis, mit dem man jederzeit, überall eine Stelle bekommt.