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AMS Huttengasse: Berater schikaniert Migrantin

Aktiver Admin am Mo, 20.02.2017 - 18:37

Gedankenprotokoll – Vorfall AMS Huttengasse mit dem Berater P.

Der Vorfall war am Dienstag, den 31.05.2016 um 11:15 in der RGS Huttengasse,

Zimmer xxx

Ich hatte am 31.05.2016 einen Termin in der RGS Huttengasse. Meine Beraterin war nicht anwesend, deshalb war ihre Vertretung Hr. P..

Es war mein 3. Termin mit Hrn. P.. Der erste war im Jänner 2016, wo ich die Bestätigung erhielt an einer Deutschqualifizierung teilzunehmen (Jänner bis Mai 2016) und des Weiteren bekam ich auch die Einladung zu Einzelcoachings im Best Institut (laufend)

Den zweiten Termin hatte ich bei Hrn. P. am 24.05.2016 nach der Deutschmaßnahme. Er legte mir einige Stellenangebote vor und eine Bewerbungsliste.

Er meinte die Bewerbungsliste sei wesentlich und 2x die Woche sollte ich meine Bewerbungen auf der Liste eintragen.

Das ist die Vorgeschichte, nun zum eigentlichen Geschehen am 31.05.2016.

Ich war schon um 11 Uhr beim AMS und nahm in der Wartezone Platz. Hr. P. rief mich kurz danach auf und wir gingen in das Beratungszimmer.

Ich legte Hrn. P. meine Bewerbungsliste vor und nach kurzer Kontrolle reagierte er erstmals aggressiv, und fragte warum ich mich beim Verein HOSI (Homosexuelle Initiative, 1040 Wien) beworben habe. Ich meinte, dass ich diesen Tipp von einer Freundin erhalten habe.

Hr. P. meinte darauf hin, ich sollte mich nicht initiativ bewerben, sondern nur auf offene Stellen, die er bestimmt.

Ich bekam den Eindruck (Gestik und Mimik), dass Hr. P. Vorbehalte gegenüber dem Verein HOSI zeigte.

Weiterhin in seinem Auftreten aggressiv, verlangte er die Stellenangebote, welche er mir am 24.05. ausgehändigt hatte.

Nicht wissend hatte ich die Stellenangebote nicht zum Termin mitgenommen. Ich bin polnische Staatsbürgerin und der deutschen Sprache nicht so mächtig. Aus diesem Grund besuchte ich den Deutschkurs und wollte meine Deutschkenntnisse durch einen aufbauenden Kurs vertiefen.

Hr. P. reagierte ungehalten und meinte ich sei nun vom AMS abgemeldet, weil ich seine „Befehle“ nicht ausführe. (O-Ton Hr. P.)

Ich verstand nicht, was Hr. P. damit meinte, er legte mir auch keinerlei schriftliche Erklärung vor.

Da ich den Sinn seiner Worte überhaupt nicht verstanden habe, fragte ich höflich nochmals, ob ich einen aufbauenden Deutschkurs oder eine andere Maßnahme wie z.B. Trendwerk besuchen könnte.

Hr. P. antwortete mir, NEIN, sie bekommen keine Kurse bezahlt, sie sind vom AMS abgemeldet. Er fragte mich ob ich O-Ton: „deppert bin“.

Hr. P. sprach mich die ganze Zeit nur mit „du“ an, während ich immer beim „Sie“ blieb.

Am 24.05. fragte mich Hr. P., O-Ton: „ob ich vielleicht Bankdirektorin werden will. Du musst putzen, du musst die Arbeit machen, die ich vorschlage. Du machst was ich sage.“

Er lehnte sich mit einem süffisanten Lächeln in seinem Stuhl zurück und wiederholte 3-4x, dass ich keinen Deutschkurs bekomme. Mit diesem für mich nicht einzunordendem Lächeln, sagte er, dass ich nun für 2 Monate mir selbstständig eine Arbeit suchen könnte und ich in dieser Zeit machen kann was ich will. Ich wusste nicht, ob Hr. P. die Aussage ernst gemeint hat oder im Spaß gesagt hat.

Da fragte ich nochmals um einen Deutschkurs an.

Aufgrund meiner Frage wurde Hr. P. nun nicht nur verbal sondern auch körperlich mir gegenüber gewalttätig. Er stand auf, ging auf mich zu und zog den Stuhl unter mir weg. Glücklicherweise hatte ich mich reflexartig an den Sessellehnen festgehalten.

Ein Sturz hätte eine Verletzung zur Folge haben können.

Auf meine Frage, was dieses gewaltsame Handeln zu bedeuten hätte, packte er mich am Oberarm und zerrte mich aus dem Zimmer.

Ich sagte zu Hrn. P. dieses Verhalten betrachte ich als Gewalt gegen Frauen.

Die Antwort von Hrn. P. im O-Ton: “Was Gewalt ist, wirst du gleich erfahren, wenn ich den Security rufe.“ Ich bat um eine schriftliche Erklärung warum ich vom AMS abgemeldet bin, worauf Hr. P im O-Ton antwortete: „Nein ich gebe dir kein Dokument und jetzt raus, raus, raus.“

Das Geschrei von Hrn. P. wurde von den KundInnen im Wartebereich mitverfolgt und eine Arbeitskollegin von Hrn. P. kam aus dem Nebenzimmer zu uns.

Sie stellte sich, nach meiner Ansicht zu meinem Schutz neben mich und versuchte die Situation zu kalmieren. Sie griff jedoch nicht aktiv ins Geschehen ein, sondern meinte es ist besser wenn ich jetzt das Haus verlasse.

Hr. P. rief den Security, der mich aufforderte ihm zum Ausgang zu folgen. Ich folgte der Anweisung und verließ geschockt die RGS Huttengasse.

Ich fühle mich durch das Verhalten von Hrn. P. in meinen Menschenrechten aufgrund meines Geschlechts und aufgrund meiner ethnischen Herkunft beraubt.

Hr. P. hat mich psychisch und physisch misshandelt.

Ich leide seit diesem Vorfall unter psychosomatischen Beschwerden, wie Schlaflosigkeit, plötzlich auftretenden Weinkrämpfen und Panikattacken.

Ich bin in der Ausführung meiner alltäglichen Tätigkeit eingeschränkt und mein Ehemann und meine schulpflichtigen Kinder leiden mit mir und stehen meiner Situation hilflos gegenüber

Ich war immer eine selbstständig, politisch engagierte Persönlichkeit, die selbst Trainings im Bereich Gewalt gegen Frauen durchgeführt hat.

Ich glaubte, in ein Land zu kommen, indem Frauenrechte eingehalten werden, und ich mit meiner Familie in einem modernen und offenen Staat wie Österreich einen neuen Lebensabschnitt beginnen kann. Leider ist durch den Missbrauch an meiner Person durch Hrn. P. jegliches Vertrauen in mich und dieses Land verloren gegangen.

Keine Menschen sollte so eine Missachtung widerfahren und dafür werde ich mich, mit all meiner Kraft dafür einsetzen, um diskriminierendes Verhalten in Zukunft zu verhindern.

Schlagworte Erfahrungsberichte
Betreuende Behörde