Jetzt registrieren!

Registrieren Sie sich auf dieser Homepage um viele zusätzliche Funktionen wie die Suche, Kommentare lesen und schreiben, Anfragen an die Online-Beratung stellen nutzen zu können. Für Mitglieder von "Aktive Arbeitslose Österreich" gibt es zusätzliche Funktionen und exklusive Informationsangebote, die laufend ausgebaut werden! Unsere Newsletter können Sie aber auch ohne Registrierung abonnieren!

Aktive Arbeitslose geigen beim 6. Grazer Protestsongcontest der KJÖ groß auf

Karin Rausch am Sa, 03.12.2016 - 11:23

In meinem Kopf spüre ich die gestern erlebten Eindrücke noch immer nachschwingen.

2010 hat die Regierung mit dem damaligen sozialdemokratischen Sozialminister Rudolf Hundstorfer in einer Vereinbarung mit den Bundesländern die Mindestsicherung eingeführt. Bei genauer Betrachtung stellte sie eine drastische Verschlechterung der Sozialhilfe, welche sie ablöste, dar.

Wir als VertreterInnen von Erwerbsarbeitslosen und in Armut Gedrängten wollten diese Verschlechterung nicht unwidersprochen hin nehmen und sannen nach Protest. Als Aktionskünstler hatten wir schon einiges, was wir uns auf die Fahnen schreiben konnten: Trägerprotestdemos, Installationen, öffentliche Performance, Poetry Slam und vieles mehr. Ein Lied fehlte in der langen Reihe noch. So verfassten wir zu der über die Lande hinaus bekannten Melodie von „Wickie und die starken Männer“ einen aussagekräftigen Protesttext, der anprangerte, dass Mindestsicherungsbezieher mit Kürzungen, Sperren, Anrechnung von Partnereinkommen und wenig für Kinder schikaniert werden.

Wir sangen diesen Song, damals hieß er „Hey, hey Rudi“, auch vor dem Sozialministerium acapella und reichten ihn alsbald beim Protestsongcontest im Wiener Rabenhoftheater ein. Dort wurde unsere Teilnahme aber abgelehnt, was die Vermutung zulässt, dass wir im „roten Wien“ mit dem Protest gegen einen „roten Sozialminister“ absichtlich übersehen oder zensuriert wurden.

Anlässlich des Symposiums „Die Demontage der sozialen Standards in Österreich und der EU“ im KPÖ Bildungszentrum in Graz, sah ich zufällig, dass am 2. Dezember 2016 der 6. Protestsongcontest abgehalten werden würde.

Sofort nahm ich mit unserem Profi-Musiker Bertl Millinger Kontakt auf und bat um musikalische Unterstützung bei diesem Event. Bertl sagte sofort zu! Ich reichte den Song zur Teilnahme ein, organisierte eine Probemöglichkeit, verteilte die Kunde über die Teilnahme in allen zur Verfügung stehenden sozialen Medien und erstellte Veranstaltungshinweise. Martin schrieb eine aussagekräftige Presseaussendung. Schließlich haben wir Bertl von Wien nach Graz „eingeflogen“. Wir haben geprobt und gesungen, die Spannung stieg. Mihaela erklärte sich bereit, bei der Veranstaltung unseren Auftritt zu filmen. Liedtexte für sangesfreudige Zuhörer haben wir ausgedruckt.

Gut vorbereitet, unter solidarischer unterstützt der Piraten und der Linken Steiermark stiegen wir auf die Bühne, erklärten, dass sich unser Protest nunmehr gegen die beiden „Reinis“ Reinhold Lopatka und Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) richten würde, die eine Diskussion um die Kürzung der Mindestsicherung angezettelt hätten, die in politischen Lagern erschreckend viele Zuhörer und sogar Zustimmung fand. Dies wollten wir so nicht unwidersprochen stehen lassen und es eindringlich thematisieren. Die Mindestsicherung liegt ja bislang schon rund 300 Euro unter der von EU-SILC errechneten Armutsgefährdungsgrenze!

Eine Idee, die wir schon lange mit uns mit herum getragen haben, konnten wir mit der Teilnahme ordentlich in Szene setzen. Gleichzeitig erreichte sie genügend Zuhörer und fand gebührende Anteilnahme und Zuspruch, wie uns die ausschliesslich zustimmenden, sogar enthusiastisch anmutenden, positiven Rückmeldungen unserer Mitbewerber und durchwegs jungen Zuhörer bestätigten. Auch die Jury würdigte unseren Auftritt. Vor allem auch deshalb, weil wir ganz selbstverständlich andere Gruppierungen zur Mitwirkung einluden und einbezogen.

Nicht zuletzt war das Publikum begeistert und so mancher teilte mit, dass unsere Performance „sehr geil“ war.

Das Resümee zusammengefasst: Was will man mehr? Wir waren mit unserem Lied „Hey, hey Reini“ unter 15 ausgewählten teilnehmenden Gruppen und konnten unser Anliegen vor vielen ZuseherInnen und PolitikerInnen anschaulich thematisieren. Wir hatten ein fantastisches Miteinander von Mitgliedern und Unterstützern, trugen tolle Bilder und Fotodokumente, aufgenommen von Mihaela, mit nach Hause und können mit unserer Leistung und dem Zuspruch zufrieden sein.

Wer nicht dabei war … hat wirklich etwas versäumt!

Verdient gewonnen haben übrigens „Essiggurkerl“, die zusammen mit einem Beatboxer einen frechen Rap mit dem Refrain „Vermummt durch die City, wir stürzen die Mauern von Babylon“ performten.

Ein fettes Danke an die OrganisatorInnen und all unsere Mitstreiter! Geil war’s und wir nehmen eine Menge an Energie und Motivation mit!

Weitere Informationen
Schlagworte
The website encountered an unexpected error. Please try again later.