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Drüberbetonieren über NS-Zwangsarbeiterlager Graz Liebenau und seine Opfer stoppen!

Aktive Arbeits… am Sa, 07.10.2017 - 23:04

Forderungen:

  • Sofortiger Baustopp, um die Zeugnisse des dunkelsten Kapitels von Graz als einstiger Hochburg des Nationalsozialismus in Österreich („Stadt der Volkserhebung“) als Ganzes frei zu legen und das wahre Ausmaß des Schreckens der NS-Zeit sichtbar zu machen.
  • Einsetzung einer unabhängigen Historikerkommission zur Aufarbeitung der bislang massiv verdrängten Geschichte der Zwangsarbeit in Graz, nicht nur im NS Lager Graz Liebenau, sondern auch in den dutzenden anderen Lagern, die über die ganze Stadt verteilt waren und völlig tot geschwiegen werden!

Begründung:

Beim Bau des Murkraftwerks Graz-Puntigam und eines damit verbundenen Zentralen Speicherkanals haben Bauarbeiter und Archäologen mehrfach Funde des NS Zwangsarbeiterlagers Graz-Liebenau gemacht. Historiker vermuten noch dutzende von den Nationalsozialisten ermordete Menschen in Massengräbern im Bereich des Lagers, das in den letzten Kriegstagen Zwischenstation der Todesmärsche tausender ungarischer Juden in Richtung KZ Mauthausen war.

Trotz zahlreicher Proteste von NS-Opfer-Verbänden und anderer Initiativen haben die Bagger im Süden von Graz das Gelände des NS-Zwangsarbeiterlagers Graz Liebenau umgewühlt und begonnen, die Überreste dieses dunklen Flecks der Geschichte von Graz zuzuschütten.

Die Stadtregierungsparteien ÖVP und FPÖ wollen zudem Schrebergärten, die dem Kraftwerk weichen müssen, ausgerechnet auf dem Grund des NS Zwangsarbeitslagers ansiedeln. Wohnbaustadtrat Mario Eustacchio (FPÖ) will im Lagerbereich Gemeindebauten extra ohne Keller bauen, wohl auch damit allfällige Überreste der blutigen Vergangenheit für immer im Verborgenen bleiben!

Die Aussage des Pressesprechers Thomas Rajakovics von Bürgermeister Siegfried Nagl (ÖVP) es handle sich ja „um ein Zwangsarbeitslager wie andere“ und nicht um ein „KZ“ ist in mehrfacher Hinsicht inakzeptabel!

Engagierte Menschen und Initiativen wie das Sozialmedizinische Zentrum (SMZ) unter Dr. Rainer Possert werden in der „Menschenrechtsstadt Graz“ behindert oder gar lächerlich gemacht: Führungen sollten nur in kleinem Kreise nach vorheriger Übermittlung der Namen der Teilnehmer gestattet werden. Noch im Sommer wimmelte das Büro des Bürgermeisters den Ruf nach Grabungen ab, weil es sich um „bisher haltlose, völlig unbegründete Spekulationen eines Arztes“ handle.

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