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best: Überqualifiziert im Aktivierungskurs die Zeit tot schlagen ...

Aktiver Admin am So., 27.07.2014 - 19:01

Zeitraum: Sommer 2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich wurde schon wieder vom AMS zu dem gleichen sinnlosen Kurs verurteilt. Ich habe HAK-Matura, einen schönen Lebenslauf, mit Fotografenfoto, den ich mitschicke, den ECDL advanced, mehrere Englischkurse und Zertifikate. Ich bewerbe mich regelmäßig und werde auch des Öfteren zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Bei diesen Gesprächen bemühe ich mich sehr, ich lächle, halte Augenkontakt mit dem Personaler, gebe sinnvolle Antworten und trete mittlerweile in kein Fettnäpfchen mehr. 

Ich habe mehrere Bewerbungsratgeber gelesen und befolge die sinnvollen Tipps und Tricks. Manchmal komme ich in die zweite Wahl oder mache einen Probearbeitstag. Genommen werde ich dann nicht. Wahrscheinlich gibt es zu wenig Arbeitsplätze für zu viele Bewerber.

Jetzt wurde ich wieder zu einem Kurs eingeteilt, den ich schon einmal besucht habe (Best – Wiedereinstieg mit Zukunft). Dieser Kurs besteht zu einem großen Teil Verwaltungsaufwand, Formulare ausfüllen, Anwesenheitslisten – Kontrolle, Anwesenheitsliste ins Büro bringen, also bis es mit Information losgeht, vergeht viel Zeit. Ein Tag ist Schminkkurs (Wahnsinn!). Es gibt Betriebskontakter. Der uns zugewiesene hat nichts zusammengebracht. Keine meiner Kurskolleginnen hat ein Praktikum erhalten.

Ich habe als Praktikum einen Tag Ablage im Institut machen dürfen – sehr sinnvolle Aktivierungsmaßnahme, ich habe in meiner zehnjährigen Berufslaufbahn meine Ablage immer selbst gemacht, ich glaube, dass ich das kann.  Es gibt auch Zeiten wo man am PC sitzt und sich bewerben kann – ich besitze einen Laptop und kann mich auch von zuhause bewerben und mache das auch. Dann gibt es noch ein modulares Kursangebot. Ein Deutschkurs – ich bin belesen, ich glaube der ist nicht der Richtige für mich. EDV für Anfänger und Fortgeschrittene – mit dem ECDL advanced bin ich ganz gut bedient. Büro – HAK-Matura und Praxis. Soziales – ich möchte mich nicht zur Pflegerin oder Kindergartenassistentin ausbilden lassen. Was mache ich dort?

Außerdem suche ich einen 20-30 Stundenjob, damit ich meine Tochter um 16:00 Uhr vom Kindergarten abholen kann. (Bis 17:00 Uhr sind derzeit keine Plätze frei, sonst ist es aber ein ganz toller Kindergarten, wo sie sich wohlfühlt.) Mein Lebensgefährte arbeitet meistens bis 20:00 Uhr und die Großeltern sind nur mehr für Notfälle zu gebrauchen. Ein Opa ist achtzig und hat kein Auto. Eine Oma hat ein Auto, wohnt aber nicht im gleichen Bezirk. Wir wohnen in Ottakring, dort ist Parkpickerlzone, sie würde das Kind ab und zu abholen, und bei uns zu Hause warten, aber die Parkscheine will sie nicht bezahlen. Die andere Oma wäre noch fit, wohnt aber in Favoriten, hat kein Auto und hat einen kranken Opa zu betreuen. Sie wären da, im Krankheitsfall, oder wenn  ich für eine Kollegin eine Urlaubs- oder Krankenvertretung machen müsste. Aber sie wollen nicht ständig einspringen.

Mich kotzt es an, ständig in den Medien zu hören oder zu lesen, die Arbeitslosigkeit würde nur die schlecht Ausgebildeten treffen. Das ist nicht so! Einmal habe ich einen Artikel in der Presse gelesen, dass das AMS jetzt keine sinnlosen Kurse mehr vergibt. Das stimmt auch nicht!

Mit dem AMS-Betreuer habe ich auch gesprochen, ich habe ihn gefragt und gebeten, ob ich mir nicht selbst einen Kurs suchen darf, einen der etwas bringt, wo ich vielleicht nachher ein Zertifikat, oder eine Prüfung machen kann, das/die ich dann in den Lebenslauf schreiben kann. Er hat NEIN gesagt. Weil mit meiner Qualifikation alles stimmt, ich müsste nur aktiviert werden, sagt er.  Ich bin aktiviert, ich bewerbe mich selbständig. Ich kann mir selbst Inserate suchen.

Macht etwas ihr Politiker, ihr Redakteure, ihr AMS-Verantwortlichen. Schafft mehr Arbeitsplätze, schafft sinnlose Kurse ab und informiert richtig!

Mit freundlichen Grüßen

Sandra P.

PS: Falls jemand Arbeit für mich hat: Ich kann täglich von 8:00 bis 15:00 Uhr und am Montag auch länger. Meine Kontaktdaten stehen im Lebenslauf. Über die Möglichkeit einer persönlichen Vorstellung freue ich mich sehr.

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