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"Mehr Arbeitslose braucht das Land"

arbeitslosennetz am Sa., 23.06.2007 - 12:54

Artikel im poolbar-Magazin

Martin Mair ist einer der beiden Gewinner des poolbar::kunst::wettbewerbs. Sein Projekt "AMS Aktive Arbeitslose, Wien" soll polarisieren und provozieren, um die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Lage der Arbeitslosen in der heutigen Gesellschaft zu lenken. Gnadenlos greift Mair staatliche Institutionen –- vor allem das AMS –- an, wirft ihnen pauschal Unfähigkeit, Untätigkeit, ja sogar bewusst destruktives Fehlverhalten vor. Auch die Gesellschaft kommt nicht gut davon –- ihr Umgang mit Arbeitslosen ist Mair ein weiterer Dorn im Auge.

Absichtlich schert Mair alles über einen Kamm und stellt pauschale Urteile und Vorwürfe in den Raum. Er will aufregen, weil die Menschen nur mit Angriff aus der Reserve zu locken sind. Konkret plant Mair, im Laufe seiner Aktionen einen Sonnenschirm zu nähen und laufend vor Ort Auskünfte zu geben, was er Politik und Wirtschaft vorzuwerfen hat. Die Titel der Kurzvorträge dürften hinreichend erläutern, was eingangs mit "polarisieren und provozieren" gemeint war: "Mitarbeiterbindung durch Dequalifizierung", "70 Jahre ordentliche Beschäftigungspolitik" und "Statistiken fälschen leicht gemacht" hat er beispielsweise im Repertoire.

Er ruft zur aktiven Teilnahme an seiner "Roadshow" auf: Betroffene und Interessierte werden gebeten, Stoffreste von Arbeitslosenkleidung und allfällige Absagen auf Bewerbungsschreiben und Mitteilungen von staatlichen Stellen in Bezug auf Arbeitslosengeld bzw. Verlust desselben mitzubringen. Symbolhaft wird er aus eben diesen Beiträgen den Sonnenschirm herstellen, in dessen Schatten sozusagen die soziale Gruppe der Arbeitslosen steht.

Zitat Martin Mair: "AMS Aktive Arbeitslose wurde im Herbst 2005 zum 5jährigen Firmenjubiläum eines engagierte Arbeitslosen aus Anlass des Vienna Business Runs gegründet und hat das Ziel, die Leistungen Österreichs größter Firma –- dem AMS mit seinen 500.000 Arbeitslosen –- einer breiteren Öffentlichkeit in satirischer und aktionistischer Weise nahe zu bringen."

Mehr über Martin Mairs Aktivitäten lässt sich auf www.arbeitslose.at herausfinden.

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