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AMS: Urlaubsvertretung oder Bezugssperre!

arbeitslosennetz am Mo., 08.08.2005 - 13:57

Arbeitslosen-Dachverband ArbeitslosenprecherIn spricht sich gegen die Subventionierung von Urlaubsvertretungen im Lebensmittelhandel auf Kosten der ArbeitnehmerInnen und Arbeitslosen aus.

(Wien/Braunau, 8.8.2006) "Es ist wohl einmalig, dass Firmen wie Billa, Interspar und Merkur die Löhne ihrer ArbeiterInnen nicht mehr selbst zahlen müssen, sondern sie sich auf Kosten der Arbeitslosenversicherung ersetzen lassen" kritisiert Christian Moser, Obmann des Arbeitslosendachverbandes"Arbeitslosensprecherin" die neuesten Aktivitäten des AMS zur Schönung der Arbeitslosenstatistik in Wahlkampfzeiten.

Die zu 100% ersetzten Löhne der ArbeiterInnen von Billa, Interspar und Merkur werden aus der Arbeitslosenversicherung bezahlt, also mit Geldern, die die ArbeitnehmerInnen einbezahlt haben.

"Es entstehen uns dabei keine Kosten", sagt mit dankenswerter Offenheit die Billa-Sprecherin Corinna Tinkler im Standard vom 23. Juli. Bislang hat das AMS Lohnsubventionen generell nur bis zu einem Anteil von 65 Prozent gewährt.

Wie dem auch sei, mit der Bezahlung der Halbtagsjobs in Höhe von 525 Euro netto ist weder ein materielles Überleben möglich, noch hilft diese Subventionspolitik den über eine Million Menschen die in Österreich armutsgefährdet sind.

Egal wie hoch die Qualifikation und wie groß die Berufserfahrung ist, der "Lohn" der Zwangsarbeit bleibt der gleiche. Die mit der Urlaubsvertretung zwangsbeglückten Arbeitslosen müssten also den entwürdigenden Gang zur Sozialhilfe mit all ihren Schikanen antreten.

Das AMS verspricht den Arbeitslosen nach dieser Probezeit eine feste Anstellung, und spricht dabei von 20 bis 25%. Doch Die Billa-Sprecherin Tinkler stellt die vom AMS in Aussicht gestellte Übernahme der Frauen nach dem Probemonat kategorisch in Abrede.

"Während die Wirtschaft durch Personalabbau und Abdrängen der Beschäftigten in schlecht bezahlte und unsichere Teilzeitjobs vorantreibt fällt dem AMS nichts besseres ein, als diese unsoziale Politik mit aller Gewalt weiter zu verstärken" sieht Christian Moser in der sogenannten "Billa-Aktion" des AMS einen weiteren Schritt zum Abbau der Rechte aller sArbeitnehmerInnen in Österreich. "Auch zahlreiche andere Programme, in die das AMS viel Geld pumpt, dienen vorwiegend dazu, Arbeitslose durch Scheinanstellungen a in vorgeblich "gemeinnützigen Personalüberlassern" aus der Arbeitslosenstatistik zu nehmen und mit Zwang in übelste Billigjobs zu drängen. Reguläre, anständig bezahlte Arbeitsverhältnisse werden so zur Steigerung der Gewinne der Unternehmer abgebaut und die Kaufkraft der Bevölkerung sinkt weiter".

Die kurzfristigen Urlaubsvertretungen dienen somit weder der Weiterqualifizierung der Arbeitslosen noch der Wiedereingliederung in ein reguläres Arbeitsverhältnis folgert Christian Moser und fordert die sofortige Einstellung dieser Zwangsaktion.

Eines ist klar: Die Urlaubsvertretungen müssen so oder so auch ohne Subvention besetzt werden. Es wird durch diese teure Aktion kein einziger Arbeitsplatz geschaffen noch das Wirtschaftswachstum in Österreich erhöht. Vielmehr entsteht eine Wettbewerbsverzerrung zum Nachteil der kleinen und mittleren Unternehmen.

Sollten die Lebensmittelkonzerne weiter auf Kosten der Arbeitslosen und der ArbeitnehmerInnen ihre Urlaubsvertretungen bezahlen lassen, kündigen die Arbeitsloseninitiativen Proteste gegen diesen Raubzug an. "Eines ist gewiss" resümiert Christian Moser, "mit schlecht bezahlten, zwangsvermittelten Arbeitslosen werden die Lebensmittelkonzerne keine Freude haben. Wie jeder Betriebswirt weiß, wird nur gut qualifiziertes und motiviertes, also auch ausreichend bezahltes Personal eine gute Leistung bringen. Im Wirtschaftministerium und im AMS sind offenbar die grundlegenden Zusammenhänge einer funktionierenden Wirtschaft unbekannt."

Verein ArbeitslosensprecherIn
Gumpendorferstraße 83
1060 Wien

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