Sorry, you need to enable JavaScript to visit this website.

Wenig gelernt bei Team Styria: 18monatige Umschulung - industrielle Qualifizierung Metall

Aktiver Admin am Mi., 16.12.2015 - 21:01

Hallo,

ich bin mir nicht sicher ob ich mit meinem Anliegen hier richtig bin und ob es die Sache überhaupt wert ist.

Ich persönlich finde jedoch, dass die Zeit der Umschulungsmaßnahme, die ich nun seit November 2014 hinter mir

habe, keine sehr schöne Zeit war, ich sogar einige Male krank wurde (2 mal auch Gürtelrose) weil es dort aus meiner Sicht nicht schön zugeht.

Mein persönlicher Wunsch wäre es an die richtige Stelle weiterleiten zu können, dass mindestens ich es für eine sehr gute Idee finde, diese Ausbildungsstätte nicht weiter finanziell zu fördern!

(Da ich ja nach meiner Umschulung für ein halbes Jahr in die Produktion übernommen wurde, kam mir zu Ohren, dass ab nun kein weiterer Umschüler aufgenommen wird, wenn es keine finanzielle Förderung mehr gibt.)

Die Ausbildungsstätte von der ich spreche ist die Team Styria Akademie, Triesterstr.Graz in der ich eine 18monatige Umschulung - industrielle Qualifizierung Metall- sehr positiv absolvierte.

Doch auch wenn ich diesen Teil positiv abschloss, ging es für mich ziemlich unerfreulich aus da ich ursprünglich vor hatte, zur Lehrabschlussprüfung antreten zu dürfen.

Meine persönlicher Bericht wie ich diese Einrichtung erlebt habe:

Zunächst einmal kam ich freiwillig in diese Einrichtung da ich unbedingt einen handwerklichen Beruf lernen wollte. Nach dem 2wöchigen Praktikum hatte ich im Großen und Ganzen einen guten Eindruck, doch rückblickend finde ich es traurig, dass der Ausbildungsleiter damals nicht die nötige Zeit gefunden hat ein Abschlussgespräch mit mir zu führen. Vielleicht hätte sich in diesem Gespräch herausgestellt, dass ich hier eventuell nicht richtig bin. Doch grundsätzlich wurde in der Praktikumszeit öfters davon gesprochen, dass man nach positivem Abschluss aller Module ( jeweils ca 18 Module Fachkunde, Fachrechnen, Fachzeichnen) die  Chance bekommt zur Lehrabschlussprüfung anzutreten, man um 3 Monate Verlängerung beim Magistrat ansuchen kann und intensiv Prüfungsstücke der WIFI in der Werkstatt üben und im Lehrsaal Prüfungsfragen lernen kann.

Da ich ein ehrgeiziger Mensch(ohne Behinderung) bin habe ich mir von Beginn an vorgenommen die ganzen Module zügig abzuschließen.

Doch mit der Zeit stellte sich heraus dass man in dieser Einrichtung sehr sich selbst überlassen ist und die Trainer (aus meiner Sicht) nicht viel Motivation haben etwas zu vermitteln(vielleicht da sie im Behindertengesetz sind und dem Ganzen nicht gewachsen sind und überfordert sind?).

Zur deren Verteidigung muss ich jedoch auch erwähnen, dass es auch Umschüler gibt die sich überhaupt nicht interessieren und bemühen. Doch habe ich mich einfach sehr vernachlässigt gefühlt, teilweise unterfordert da ich sehr wissbegierig bin, die Trainer sich keinen Stress machen und phasenweise über Wochen ausfielen wegen schwerwiegender Krankheit oder Operationen und dann plötzlich nur 1 einziger Trainer über ist und zumindest 1 Mal ein Ersatztrainer eingesetzt wurde der nichts kostete und freiwillig 2 mal sein "Praktikum" verlängerte um im Endeffekt für seine Meisterprüfung lernen zu können.

Des weiteren kam für mich erschwerend hinzu, dass ich dem Ausbildungsleiter gegenüber anfänglich eine leider irrtümlich große Begeisterung entgegenbrachte da ich dachte ich fände in ihm einen guten Ausbilder der mir 

den Beruf gut übermitteln kann, da er ja schließlich Meister ist und auch der Ausbildungsleiter- Bereich Metall- dieser Akademie ist. Doch dieser fasste diese Begeisterung anders auf (ich bin weiblich) was dazu führte dass ich mich 

immer mehr von diesem Trainer distanzierte, da ich persönlich gewisses Verhalten, besonders in dieser Konstellation, als unmoralisch halte und auch hielt.

Und dieser Umstand führte dann im Endeffekt dazu dass ich von diesem Ausbildungsleiter fachlich nicht viel konsumieren oder fragen konnte und war noch um einiges mehr auf mich allein gestellt beim erlernen der Theorie und reduzierte Blickkontakt und Kommunikation auf das Nötigste.

In all der Zeit stand mir die firmeninterne Sozialarbeiterin bei und konnte nach und nach durchsetzen dass ich eben diese "Distanz" brauche da sie das Problem zwischen mir und dem Trainer als "Übertragungsproblem" darstellte und dieser sich in keinster Weise persönlich angesprochen fühlen musste wegen meinem - zuletzt sogar verachtendem - Verhaltens. 

Gegen Ende der Umschulung, nachdem mir vom Magistrat die 3 Monate Verlängerung für die LAP-Vorbereitung genehmigt worden sind, erzählte ich der Sozialarbeiterin,(welche mich einfach regelmäßig zu Gesprächen einlud weil sie merkte dass es mir einfach nie richtig gut ging), dass ich allein beim Gedanken, diese 3 Monate mit diesem Ausbildungsleiter in intensiver Zusammenarbeit in der Werkstatt verbringen zu müssen, ein zweites Mal Gürtelrose bekam.

Daraufhin sah sie dringend Handlungsbedarf und es wurde auch das eine oder andere Gespräch mit der Administration Akademie und dem Ams-Vertreter geführt, aber im Endeffekt wurden mir diese 3 Monate "genommen" und ich vorzeitig in die Produktion übernommen mit dem Trost ich könne ja dort auf die Lehrabschlussprüfung vorbereitet werden. 

Aber im Grund kümmert sich nun keiner mehr wirklich darum und ich bin auch nicht wirklich in der Verfassung von dieser Firma etwas lernen zu wollen.

Im Juni 2015 habe ich das halbe Jahr der Übernahme überstanden und mir hoffentlich nicht die Frage einer weiteren Verlängerung gestellt, da ich mit diesem "Verein" dann gar nichts mehr zu tun haben will.

Zusätzliche Eindrücke:

Die gesamten Lernunterlagen sind sehr veraltet, man bekommt für die 18 Monate nur eine einzige Arbeitsgarnitur, die Trainer tratschen sehr viel und aus meiner Sicht werden einige Umschüler abschätzig behandelt und die merken es nicht da sie entweder behindert, eingeschränkt oder zu jung sind. 

Generell wird in der Akademie, aus meiner Sicht, nicht sehr freundlich mit den Umschülern umgegangen und man darf sich zu bestimmten Pausenzeiten keinen Kaffee oder Jause aus dem Automaten herausholen da ein anderer Vorgesetzter dort regelmäßig "Besprechungen" abhält und jeden auf abschätzige Weise wegschickt.

Die Administration ist aus meiner Sicht unfreundlich, schnippisch, teilweise ohne Mitgefühl was ich einfach nicht in Ordnung finde wenn man bedenkt dass auch junge Leute ohne Erfahrung aus dem Arbeitsmarkt, so wortkarg abgefertigt werden.

Es fehlt generell an sozialer Kompetenz und es ist keiner da der "durchgreift" was dazu führt dass einige Umschüler sich überhaupt nicht bemühen, sehr viel krank sind und andere wiederum auch sehr oft und lang krank werden durch diese chaotischen Zustände. 

Die einzigen Leute die sich an dieser Einrichtung bereichern sind Gerüchten zufolge das Büro (Administration Akademie) und die Trainer haben es eigentlich auch nicht ganz ungemütlich.

Deshalb finde ich persönlich dass die Schulung entweder geschlossen werden soll, was Gerüchten zufolge bald geschehen wird wenn keine finanzielle Mitteln reinkommen. 

Oder es müsste in kompetente Hände übergeben werden die entweder nur eingeschränkte und behinderte Leute umschult oder Erwachsene und Ehrgeizige die wirklich einen Beruf erlernen wollen- es eine klare Trennung gibt.

Aber diese Firma lebt zum Großteil von den Förderungen und zusätzlich arbeitet jeder Umschüler 2 Wochen gratis in der Produktion - 8 Stunden an einer Maschine - eintönige Arbeit um dann in jeder 3. Woche für einige wenige

Stunden im Lehrsaal Theorie lernen zu dürfen und dann einige Grundübungen des Metallhandwerks in der Werkstatt kennenlernen darf. Von richtigen "Schlosserarbeiten" und brauchbarer Praxis fehlt jede Spur.

Ich habe wirklich keine Ahnung wer in solch einer Einrichtung die Fäden zieht und natürlich fühlt sich keiner für irgendetwas Verantwortlich und meist wird dem AMS die Schuld in die Schuhe geschoben.

Doch finde ich, dass auch die Einrichtung selbst sich selbst besser präsentieren und einige Verbesserungen selbst herbeiführen könnte wenn sie nur wollte.

Wie kann es sein dass Menschen mit so unterschiedlichen Einschränkungen und Bedürfnissen in ein und der selben Einrichtung "ausgebildet" werden.

Ich persönlich habe von Anfang an Gas gegeben und war immer da (bis auf die Krankenstände), verlässlich und pünktlich, vernünftig und ordentlich. Es war echt ein Herzenswunsch von mir einen so interessanten

Handwerksberuf im 2. Bildungsweg erlernen zu dürfen doch wurde ich massiv enttäuscht und dadurch nervlich angeschlagen.

Mit freundlichem Gruß 

und der Hoffnung dass es an der richtigen Stelle ankommt - wenn geht diese Einrichtung unter diesen Bedingungen nicht mehr zu fördern, Steuergelder zu verschwenden und unnötiges Leid verursachen zu lassen - was andere "Erwachsene" Umschüler ebenso sehen.

Schlagworte Erfahrungsberichte