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Offener Brief an Gewerkschaft und AK: BAGK-KV-Umfrage der Gewerkschaft vida: Transitarbeitskräfte nicht vergessen!

Aktive Arbeits… am Don, 11.08.2011 - 22:35
Angaben zum Brief
Brief abgesendet

Sehr geehrte Damen und Herren vom vida-Bundesvorstand,

wie ich heute erfahren habe, startet die Gewerkschaft vida eine Umfrage zum BAGS-KV. Leider ist der Fragebogen nur nach Registrierung erhältlich. Der Verein „AKTIVE ARBEITSLOSE“ begrüßt es und unterstützt es gerne, wenn eine Gewerkschaft versucht demokratischer zu agieren und eine breitere Basis einzubeziehen. Nur zu konsequent demokratisch wäre es aber, nicht nur die Betriebsräte zu befragen, sondern alle betroffenen ArbeitnehmerInnen, auch jene die in Form von AMS-Zwangsmassnahmen am „2. Arbeitsmarkt“ zu zweitklassigen Bedingungen arbeiten müssen.

Da es ja noch immer keine Arbeitslosenbetriebsräte in den "Sozialökonomische Betrieben", "Gemeinnützigen Beschäftigungsprojekten" usw. gibt erlauben wir uns eine Teilnahme an der BetriebsräteInnenumfrage zu begehren.

Mit der Transitarbeitsarbeitskräfteregelung werden ja nicht nur reguläre Kollektivverträge ausgehebelt sondern auch andere ArbeitnehmerInnen sonst zustehende Rechte wie Anrechnung von Vordienstzeiten und Qualifikationen sowie Gehaltsvorrückungen.

Mit der Transitarbeitskräfteregelung gibt die Gewerkschaft vida weiters menschenrechtswidrigen AMS-Zwangsarbeitsprogrammen eine Scheinlegitimation und schadet so letzten Endes allen ArbeitnehmerInnen. Diese Workfare-Programme - so wie die Aktion Gemeinde in der Steiermark - stellen nähmlich tendenziell einen Angriff auf alle regulären Arbeitsverhältnisse dar.

Für die betroffenen MENSCHEN sind diese Arbeitsverhältnisse zweiter Klasse oft ohne echte Aussicht auf ein reguläres Arbeitsverhältnis. Statt die Wirtschaft, die zur Steigerung der Gewinne immer mehr reguläre Arbeitsplätze vernichtet und Menschen ihre Lebensgrundlage entzieht zur Rechenschaft zuziehen, werden so die Opfer neoliberaler Politik ein weiteres Mal stigmatisiert, weil ihnen zur Rechtfertigung dieser Zwangsmaßnahmen „Vermittlungsdefizite“ angedichtet werden. Auch weisen wir das neoliberale Dogma vom „Erhalt der Arbeitsfähigkeit“ und der „jederzeitigen Verfügbarkeit“ zurück, weil so Menschen die dauerhaft von der Wirtschaft diskriminiert werden nur weiter zerstört werden. Auch wird durch diese angeblichen „Integrationsprogramme“ kein einziger dauerhafter Arbeitsplatz geschaffen.

Sollte es nach wie vor keinen öffentlich erkennbaren Kampf der Gewerkschaft vida gegen diese skandalöse neoliberale Workfare-Politik geben, werden wir wohl wieder im Namen der Betroffenen ArbeitnehmerInnen Aktionen gegen die menschenrechtswidrigen Transitarbeitsplätze machen müssen.

Unsere Position zu den im BAGS-KV geregelten Transitarbeitsplätzen finden Sie unter:

Wir garantieren ihnen, dass wir nicht locker lassen, bis die Gewerkschaft VIDA entsprechend dem ursprünglichen Zweck der Gewerkschaften sich wieder für die vollen Rechte aller ArbeitnehmerInnen, auch der Arbeit suchenden, einsetzt. Grundsätzlich fordern wir, dass die Gewerkschaft vida nicht nur Symptome zu lindern trachtet - die Ketten mit rosa Plüsch austaffiert - sondern auch die Ursachen der Unterdrückung und Ausbeutung durch das kapitalistische/neoliberale Wirtschaftssystem beseitigt - also die Ketten der Lohnsklaverei sprengt -und eine echte Demokratisierung der Wirtschaft erkämpft.

Mit gewerkschaftlichen Grüssen

Mag. Ing. Martin Mair
Obmann "AKTIVE ARBEITSLOSE"

Erging an: rudolf.kaske@vida.at, wilhelm.haberzettl@vida.at, willibald.steinkellner@vida.at, elisabeth.vondrasek@vida.at, alfred.gajdosik@vida.at, karl.frint@chello.at

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