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Wunsch nach persönlicher Abgabe der Berwerbungsunterlage bei Vorauswahl als Vereitelung?

Erstellt von Aktive Arbeits… am Sa, 26.11.2016 - 19:08

Ein Bericht von Aktive Arbeitslose Kärnten (Juli 2016)

Herr K.  war nach fast einem dreiviertel Jahr wieder bei unserem Treffen und berichtete von seinen Erfahrungen. Nachdem er Ende 2015/Anfang 2016 in der "Contrapunkt"-Zuweisung die erste Bezugssperre ausgefasst hatte, berichtete er von einer weiteren Sperre und von einer aufschiebenden Wirkung, die die Sperre vorübergehend aufhebt, bis der Bescheid nach vier Wochen eintrifft. Danach ist eine Teilzahlung möglich, also eine Ratenzahlung, die von der Notstandshilfe abgezogen wird, bis der Betrag der Sperrdauer abgezahlt ist.

Herr K. hatte vom AMS eine Stellenausschreibung im Rahmen einer AMS-Vorauswahl erhalten. Er wollte seinen Lebenslauf nicht in digitalisierter Form per E-mail an Frau Petra H. senden, sondern diesen lieber in schriftlicher Form (Briefform) abgeben und hätte auch sofort bei der ausschreibenden Firma vorstellig werden können und wollen. Frau H. vom AMS Klagenfurt teilte ihm aber mit, dass diese Vorgehensweise des direkten Vorstelligwerdens nicht im Interesse des Dienst- bzw. Arbeitgebers und des AMS seien. Frau H. hätte auch beim Dienstgeber anrufen und diesem mitteilen können, dass es einen Bewerber gibt, der auf Datenschutz grossen Wert legt und seine Unterlagen persönlich vorbei bringen möchte.

Bei seinem nächsten Termin bei seinem Betreuer R. W. wollte sein Betreuer wissen, ob er sich schon vorgestellt hätte. Klaus schilderte dann die Gründe, warum er nicht dort war und bezog sich auf die Aussage von Frau H.. Herr W. legte dies als Vereitelung aus und fertigte eine Nederschrift an. Danach folgte die zweite Bezugssperre.

Herr K. ließ sich einen Datenauszug vom AMS machen und stellte fest, dass auf den 43 Seiten des Datenauszugs das Protokoll von Herrn W. mit der „Vereitelung“, die letztendlich keine war, und auch die Aussage von Frau H., dass eine direkte Vorstellung nicht im Sinne des AMS aufgrund der Vorauswahl ist, fehlte.

Das war der letzte Status der „AMS-Vorauswahl“-Affäre. Herr W. wies Herrn K. noch darauf hin, dass er nach der dritten Sanktion für acht Wochen gesperrt werden und danach keine Notstandshilfe mehr erhalten würde. Die Anwartschaft würde also verloren gehen. Er müsste dann wieder 6 Monate arbeiten, damit eine neue Anwartschaft erfüllt wird.

Herr K. hat beim Treffen die Frage aufgeworfen, ob es eine Rolle spielt, wenn man eine generelle oder temporäre Arbeit innerhalb eines Jahres oder eines Geschäftsfalles „verweigert“. „Temporäre“ oder „generelle“ Arbeit meint eine Arbeit, die man so nicht machen will, aber stattdessen eine machen wollte, wofür man die Voraussetzungen und Qualifikationen mitbringt.

Herr K.  wies darauf hin, dass in Frankreich die dortigen Arbeitsagenturen (AMS)-Berater sich weigern, Sanktionen auszuführen, weil diese unmenschlich sind. Auch in Deutschland ist Inge Hannemann eine Kritikerin und Gegnerin der Hartz-4-Sanktionen und hat eine eigene Plattform „Sanktionsfrei“ und einen Webblog gegründet. Mit ihrer Plattform „Sanktionsfrei“ möchte sie die Hartz-4-Sanktionen endgültig abschaffen.

Die derzeitigen gesetzlichen Regelungen geben den AMS-Beraterinnen und -Beratern offensichtlich eine grosse Machtposition und diese machen, was sie wollen. Der menschliche Aspekt scheint ihnen völlig gleichgültig zu sein.

Anmerkung Aktive Arbeitslose Österreich: Entsprechend § 31 Abs. 2 AMSG hat das AMS bei der Erfüllung seiner Aufgaben "angemessenen Ausgleich der Interessen der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer" anzustreben, weshalb es entgegen der letzten Rechtsprechung zur Jobvorauswahl eben nicht völlig an Stelle des Unternehmens treten kann und daher auch beim Verhalten gegenüber dem AMS die gleichen Massstäbe in Bezug auf Vereitelung anzuwenden wäre, wenn Fehler gegenüber dem AMS ausgeglichen werden können. Die Aufgabe des AMS ist ja die Vermittlung der Versicherten in eine Arbeit und nicht diesen durch Bezugssperren Schaden zuzufügen!

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