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Bericht über Infotag des Waff am 19.7.2017 über "Aktion 20.000 - neue Jobmöglichkeiten 50+"

Aktiver Admin am Mo, 24.07.2017 - 18:23

Gedächtnisprotokoll anlässlich des Besuchs (19.07.2017) folgender Veranstaltung:

AKTION 20.000

NEUE JOBMÖGLICHKEITEN 50+

Ort: Rathaus Wien, Volkshalle und Arkadenhof Datum: 19.07.2017 9.00 – 15-00 Uhr Veranstalter: Stadt Wien, AMS, waff

Vorbemerkung:

Ich versuche, möglichst objektiv zu berichten, wenngleich jede Empfindung und jede Erinnerung natürlich auch subjektiv ist und manchmal ein bisschen Sarkasmus aufblitzt. Außerdem ist zu erwähnen, dass ich die Veranstaltung ohne „Einladung vom AMS“ (= quasi Zwang) besuchte – also aus rein „privaten“ Gründen: Ich wollte sehen, ob (trotz umfangreicher persönlicher Vorabinformation und folglich entsprechender Bedenken bezüglich der „Aktion 20.000“) -) einerseits wirklich so tolle Jobangebote (laut SPÖ) vorhanden sind und -) andererseits diese Veranstaltung vielleicht wirklich besser ist als die mir gutbekannten bisher jährlich im Herbst ebenfalls im Rathaus stattfindenden Job-Börsen (die ja nur schöner Schein waren, aber das ist ein anderes Thema!). Bei beiden Punkten hatte ich ja von Anfang an meine Zweifel! – Ob diese beseitigt werden konnten, kann man anhand des folgenden Berichts eruieren. > Der „gelernte (erfahrene) Arbeitslose“ kennt die Antwort wahrscheinlich ohnehin schon!

Bericht

Also: Auf zur Premiere von „Aktion 20.000“!

Ich besuchte die Veranstaltung absichtlich erst um 12.00 Uhr, da ich das von den bisherigen Jobbörsen bekannte und wieder befürchtete Szenario (ab Beginn bis meistens 11 Uhr) mir nicht antun wollte: bis zu 30 Min. Anstellen in Schlange und Blockabfertigung beim Einlass!

(Kenn´ ich dasselbe „Spiel“ nicht schon von einer anderen Veranstaltung auch? - Ach ja: z. B. damals - 2015 - weitere „Jobmeile“ im Caritas-Lager, 1050 Wien! - Und nein: es ist kein Straf-Lager! - Oder doch?! – Jedenfalls auch eine andere Geschichte.)

> Wahrscheinlich sicher nur wieder einer dieser berühmten sogenannten „Einzelfälle“!

Ich werde dabei den Eindruck nicht los, absichtlich als „Herdenvieh“ behandelt zu werden (damit man sich vielleicht auch als solches unbewusst empfindet), das dankbar und froh sein soll, dass ihm der „rechte Weg“ gezeigt und „Labung“ versprochen wird.

> Zu „Herdenvieh“ fällt mir auch die Bezeichnung „Stimmvieh“ ein, die ich schon vor langer Zeit von einem damals Bekannten (ein SPÖ-naher Rathausmitarbeiter) hörte, welcher damit die Wähler meinte und diesen Begriff wie ganz selbstverständlich benutzte. Das war Anfang der „Neunziger“! Gewisse geringschätzende Sichtweisen auf den einzelnen Menschen gab es ja schon immer – und gibt es leider noch immer, natürlich auch in anderen politischen Richtungen. (Aber zurück zum Thema, bevor ich mich gedanklich verlaufe!)

> Auf jeden Fall - so oder so - extrem entwürdigend!

Kurz nach 12.00 Uhr komme ich also zum Rathaus und finde Folgendes vor:

Dichtes Besucheraufkommen, aber keine Staus (mehr)! Schön! - Oder war es heute anders?

Im Arkadenhof gibt es als „Empfang“ einen relativ breiten Info-Stand (mit mindestens 4 Personen besetzt) für allgemeine Auskunft zur Veranstaltung und für die Bereitstellung von Info-Material und sogenannten „Bewerbungs-Bögen“ (mehr dazu später!).

Es sind im Hof viele kleine Tischchen und Sitzgelegenheiten vorhanden, die momentan alle besetzt/belegt sind. Die Leute dort haben viel Info-Material vor sich liegen, welches sie intensiv studieren, nicht wenige füllen diese Formulare/Fragebögen aus.

Neben dem Info-Stand stehen noch zwei weitere kleine, runde „Bar-Tischchen“: -) an einem ist die MA40 vertreten (mit 1 Person) -) am anderen die AK Wien (mit 2 Personen) (> hierzu auch später mehr)

Im Innenhof schwirren zudem mehrere Mitarbeiter als „fliegendes Personal“ umher, welche die Besucher ständig fragen, ob sie noch irgendwelche Auskünfte brauchen und ob sie das Bewerbungsformular schon ausgefüllt und abgegeben heben.

Ich entziehe mich diesen Fragen und gehe weiter in die Volkshalle:

Hier sieht man 4 farblich abgegrenzte Schwerpunktbereiche zu folgenden Branchen: -) 1 - Büro und IT -) 2 - Hilfstätigkeiten -) 3 - Sozialberufe -) 4 - Handwerk und Technik

In der Mitte des Raumes gibt es auch noch einen AMS-Infostand mit den bekannten Info-Blättern zu diversen Förderungen, e-AMS-Konto usw.

Bei den 4 Schwerpunktbereichen waren dann eigentlich jeweils nur der „waff“ und der „Fonds Soziales Wien“ (mit relativ viel Personal: mind. 5 Personen je Bereich) vertreten. Und wie erwartet, gab es keine direkten Jobangebote, sondern „nur“ Beratung.

Die Angebote/Job-Beschreibungen bekam man in Papierform - auf A4-Blättern gedruckt, wie man sie von anderen Börsen kennt -, die dann zu kleinen Sammlungen/Broschüren zusammengeheftet waren - eine für jeden der 4 Bereiche:

-) 1 - Büro und IT 36 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 2 - Hilfstätigkeiten 17 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 3 - Sozialberufe 9 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) -) 4 - Handwerk u. Technik 10 Jobs/Stellenbeschreibungen (tlw. mehrfach zu vergeben !?) . Summe: 72 (unterschiedliche (!) Stellenbeschr.)

Und hier kommen dann die schon erwähnten „Bewerbungs-Fragebögen“ ins Spiel! Neben personenbezogenen Daten (inkl. SV-Nr.(!) und bestenfalls mit Lebenslauf) soll man mittels Job-Kenn-Nr. angeben, für welches Jobangebot (oder mehrere) man sich interessiert.

> Ergänzend erhält man auch eine „waff Datenschutzerklärung“ (A4-Infoblatt). - Diese ist in mehrerer Hinsicht etwas eigenartig: + kein Datum + kein Bezug zur aktuellen „Aktion 20.000“ (z. B. wird von Bedingungen wie „Erfüllung von . vereinbarten Beratungs- und Förderleistungen“, „Datenweitergabe an Personal suchende . Unternehmen“, … gesprochen/geschrieben – es sind keine ev. Einschränkung angeführt!) Vermutlich ist es die Standard-Datenschutzerklärung, die der „waff“ allgemein intern im Rahmen einer speziellen Zusammenarbeit verwendet.

Dieses Formular wird dann abgegeben und in weiterer Folge ausschließlich vom „waff“ bearbeitet – eine Reaktion auf die Bewerbung wird bis spätestens Ende August versprochen.

Ein allgemeines Infoblatt (Doppel-Bogen) zur „Aktion 20.000“ gibt es (natürlich) auch. Und hier findet man weitere „interessante“ Details (siehe unten).

Nachdem in der Volkshalle für mich also nichts Neues mehr zu erfahren ist, gehe ich wieder in den Arkadenhof, um „Stimmung einzufangen“: nach wie vor großer Besucherandrang - alle Tische sind besetzt - der Infostand ist weiterhin „belagert“. Nur an die „MA40“ und die „AK“ – wie gesagt, gleich daneben – wendet sich offenbar niemand. Fast habe ich Mitleid ob dieser „stiefmütterlichen Behandlung“ durch die Besucher und ich überlege, diese Personen mit ein paar allgemeinen Fragen zu beschäftigen.

In diesem Moment sehe ich die Damen Frauenberger und Draxl eintreffen, welche, sobald sie vom „fliegenden Personal“ gesichtet wurden, von ebendiesem überschwänglich begrüßt werden. Da ich zufällig gerade daneben stehe, sind einige Mitarbeiter anscheinend unsicher, ob ich zu den Damen gehöre und sie mich daher ebenfalls in den Begrüßungstrubel miteinbeziehen sollten. Ich kläre die Situation, indem ich einige Schritte zurücktrete. Beide wandern dann weiter in die Volkshalle.

Ich studiere inzwischen das allgemeine Infoblatt (Doppel-Bogen) zur „Aktion 20.000“ und die „interessanten“ Details dazu: Etwa: „Das AMS übernimmt für die Dauer von zwei Jahren die vollen Gehaltskosten. Die . Mittel dafür kommen aus der Arbeitslosenversicherung des Bundes.“ oder: „200 Jobs jetzt … Magistrat/Einrichtungen der Stadt Wien … ab 1.1.2018 wird die . Aktion ausgeweitet.“ Ich frag´ mich kurz: >>> Steht die Abkürzung „waff“ für Wiener ArbeitnehmerInnen- oder Wiener . ArbeitGEBERInnen-Förderungsfonds ? >>> Und zahl ich mir (bzw. wir alle) die „organisierte“ Arbeit nicht eigentlich selber nebst . reichlicher Förderung der betreffenden Job-Anbieter?

Im Gespräch mit AK und MA 40

- - - > Meine Gedanken kommen wieder auf den Boden der Realität: Die „ExpertInnen“ (lt. Infoblatt) von MA40 und AK sitzen nach wie vor einsam da und warten darauf, Service anbieten zu dürfen. Ich nütze also die Gelegenheit und möchte ihnen ein paar bewusst naive bzw. provokante Fragen stellen. (Ich weiß, dass der erste Ansprechpartner dafür direkt das AMS ist, aber ich will ja gerade, dass Stellen, die uns (auch) vertreten (wollen bzw. sollen), die Verwirrungen, Nöte und Sorgen des „kleinen Bürgers“ zu hören bekommen.

(Dass sich ab jetzt der interessantere Teil des Tages ereignen sollte, ahne ich noch nicht.)

Meine Fragen, Einwände und Hinweise:

  1. Warum sind die sichtlich seriös wirkenden, (meist) gut bezahlten (fast immer) Fulltime-Jobs nicht auch direkt über das AMS zu haben?
    Eigenartigerweise kam die für mich unlogische Antwort, dass diese eben durch die außergewöhnliche Förderung (zu 100 % und aus dem AMS-Topf - siehe oben!) und aus Gründen der Konkurrenzvermeidung zur Wirtschaft nicht über das AMS laufen.

  2. Aber: das AMS vermittelt doch diverse geförderte, zeitlich begrenzte, noch dazu prekäre (SÖBs, …) Jobs?
    Hier wurde es den Experten anscheinend schon zu viel und sie blockten ab. Ein Herr von der AK meinte, er sei eigentlich nur Spezialist für Pensions- und Arbeitslosenversicherung, und ich möge mich an Spezialisten in der AK wenden.

  3. Ich hielt dagegen, dass ich das schon versucht hätte, aber als Arbeitsloser (also ohne aufrechtes Dienstverhältnis) dort eher lieber abgewimmelt werde. Ich wollte auf die mangelnde Unterstützung hinweisen, falls man (vorübergehend) aus dem „System“ gefallen ist! Und ob das bestehende „System“ nicht generell viel vehementer zu hinterfragen und zu kritisieren sei.Naja, große Freude kam jetzt nicht auf: ich hatte den Eindruck, sie fühlten sich auf die Zehen getreten. Mit ein paar netten Smalltalk-Worten versuchte ich, die Situation zu retten. Die Experten wurden wieder gesprächiger, und irgendwie landeten wir beim Thema „Elektro-Mobilität – Vor- und Nachteile“. Auch nicht uninteressant!

  4. Ich versuchte, die Euphorie der Experten bezüglich besserer Luftqualität usw. zu bremsen, indem ich auch darauf hinwies, dass der Strom ja nicht einfach so aus der Steckdose kommt und „Mensch“ sich Gedanken machen sollte über den Konsum, den unbedachten Verbrauch (=Verschwendung), die Produktion, die Ressourcen, … und über den „Luxus“ bei uns auf Kosten vieler anderer Menschen..
    Meine Bedenken wurden zwar geteilt, aber mit Vorbehalt: Die Wirtschaft!!! - Gerade diese brauche ja viel „Energie“ (Strom, …), sonst wäre ja das zu unserem Wohl notwendige Wirtschaftswachstum nicht gesichert. Eigenartigerweise kam dann noch der Einwurf, nur durch weiteres Wachstum sei es erst möglich, dass die z. B. durch aufgenommene Kredite entstandenen Zinsen erwirtschaftet und gezahlt werden können. (… sagen die hier anwesenden Experten der AK! >???) – Ich glaub´, ich muss dringend das Thema wechseln.

  5. Ich kündige vorsichtig an, dass ich einen weiteren Kritikpunkt bezügl. AK und meine Enttäuschung darüber ansprechen will: Es geht um die neuen Strom-Zähler, die sogenannten „Smart-Meter“. Ganz aktuell (erst vor wenigen Tagen) hat die AK eine Stellungnahme dazu insofern abgegeben, dass sie zwar die Höhe der Opt-out-Möglichkeit (5%) kritisiere, weil zu niedrig, aber sich nicht generell gegen den „Zwang“ zum Einbau des neuen Geräts stelle – mit der begrifflich bekannt falschen Auslegung, dass das neue Gerät kein „Smart-Meter“ mehr sei, sobald die Datenübertragungsfunktion abgeschaltet ist (Opt-out).
    Hier gab es zwar vorsichtige Zustimmung, es wurden aber von beiden Herren sofort die Smartphones gezückt, um meine Behauptung, die vorerst zum Teil angezweifelt wurde, zu überprüfen. Kleinlaut gab man mir Recht mit dem Hinweis, dass dies nicht ihr Fachgebiet wäre und dass man nie alle Wünsche erfüllen könne bzw. man manchmal Kompromisse eingehen müsse. Hier musste ich wiederum einwenden, dass es mir dabei aber um den prinzipiell eingenommenen Standpunkt gehe – unabhängig von der Erreichbarkeit. Und hier sehe ich mich eben wieder einmal nicht von der AK vertreten. Außerdem ist es Zwang, ich vermisse die Freiwilligkeit!
    Mit dem Verweis darauf, dass es sehr wohl für manche Verbraucher (angeblich) praktisch und deshalb willkommen ist, wechselte ein AK-Mitarbeiter zu einem anderen (ähnlich gelagerten) Thema: ELGA - die elektron. Gesundheitsakte!

  6. ELGA: Dazu meinte ich, dass hier die Problematik genauso vorliege wie oben. Zuerst genereller Zwang, dann – wenn gewünscht – äußerst mühsames Opting-out, Datensicherheit hier wie dort nicht gegeben.
    Wieder wollten die Herren nur die Vorteile (die es ja bedingt gibt) hervorheben, jedoch auf die damit verbundenen Risiken und den Zwang eher weniger eingehen. Sogar das Thema „Organspende“ wurde von einem Kollegen ins Rennen geschickt - warum auch immer.

Übrigens: Die Dame von der MA40 beteiligte sich an dem Gespräch vorwiegend durch gelegentliches (zustimmendes?) Kopfnicken und allgemeines Bedauern bezüglich der Probleme, die es lokal und global gibt.

>>> Nachdem ich hier mehr als eine Stunde verbracht habe und bevor wir mit den Themen zu sehr abdriften, versuche ich, mich langsam zurückzuziehen, danke den Beteiligten für die Zeit, die sie mir gewidmet haben, und spreche die Hoffnung aus, dass ich nicht zu lästig war. Daraufhin meinte einer der Herren, dass er dafür ja (ohnehin) bezahlt werde. Vielleicht waren alle drei ja sogar froh, dass jemand da war, der für Abwechslung sorgt und dass der Tag schneller vergeht. In der Zeit meiner Anwesenheit hat jedenfalls niemand anderer Info oder Auskunft begehrt – ich habe also keinen aufgehalten oder gestört. Ist ja auch was! Ich hinterlasse noch den Wunsch an die beiden Herren, zurück in der AK in meinem Sinne „laut“ zu sein – nicht akustisch gemeint, sondern inhaltlich-kämpferisch.

>>> Nach ca. 2 Stunden Anwesenheit hier im Rathaus und mit Unterlagen versorgt gehe ich jetzt nach Hause – ich will ja noch diesen Bericht schreiben!

Mr. X

Wien, 19.07.2017

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